Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-165286
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BE: eh 
Gegenreforn1atio11e11. 
Fürstenthums nicht wohl zu läugnen stand; er gab seiner 
Ermahnung auch durch Gnadenbezengungen Nachdruck: er 
überließ ihm einen Zehnten von den Gütern seiner Geist: 
liehkeit. Jndem ser ihn hiedurch von den Bewilligungen der 
Stände unabhängiger machte, zeigte er ihm zugleich, welchen 
Vortheil er von der Verbindung mit der römischen Kirche 
zu erwarten habe. 
Es kam dann hauptsächlich darauf an, ob der Herzog 
die schon begründete religiöse Opposition seiner Landstände 
wieder zu beseitigen vermögen würde. 
Auf einem Landtage zu Jngolstadt im Jahre 1568 
ging er an diesz Werk. Die Prälaten waren schon an sich 
geneigt: zunächst bearbeitete er die Städte. Sei .es nun, 
dasz die Lehren des wiederauflebenden Katholicismus, die 
Thätigkeit der allenthalben eindringenden Jesuiten auch auf 
die Städte, besonders die leitenden Mitglieder ihrer Versamm: 
lung Einflufz gewonnen hatten, oder dasz andere Rücksichten 
eintraten: genug die Städte ließen von den Forderungen 
neuer religiöser Zugeständnisse, die sie bisher immer eifrig 
betrieben, diesz Mal ab, und schritten zu ihren Bewilligun: 
gen ohne auf neue Freiheiten zu dringen. Hierauf war nur 
noch der Adel übrig. Miszmuthig, ja erbittert verließ er den 
Landtag:  man zeichnete dem Herzog die drohenden Reden 
auf, welche ein und der andere Edelmann hatte fallen lass 
fen;I endlich entschlofz sich der vornehmste von allen, der 
Graf von Ortenburg, der für seine Grafschaft eine ihm strei: 
1. Geheime Erfahrung und Bericht der ungebührlichen aufrüh: 
rischen Reden halber, bei Freiberg: Geschichte der baierifchen Land: 
stände lI, 352.
        

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