Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-169762
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B u,ch VII. 
Kuh 
Allgemeine 
Ausbreitung 
Portugieseu reichte, ungefähr eben so. Der Katholicismus 
bekam in Goa einen groszartigeu Mittelpunkt: Jahr bei 
Jahr wurden Tausende bekehrt: schon 1565 zählte man 
bei 300,000 neue Christen um Goa, in den Bergen von 
Coehin und am Cap Comorin.1 Aber das allgemeine Ver: 
hältnifz war doch durchaus anders. Den Waffen Ywie der 
Lehre stellte sich hier eine grosze, eigenthümliche, unbezwungene 
Welt entgegen: uralte Religionen, deren Dienst Sinn und 
Gemüth fesselte, mit der Sitte und Denkweise der Völker 
innig vereinigt. . 
Es war die natürliche Tendenz des Katholicismus auch 
diese Welt zu iiberroindeu. 
Dem ganzen Thun und Treiben Franz Xavers, der 
bereits 1542 in Ostindien anlangte, liegt diese Idee zu 
Grunde. Weit und breit durchzog er Indien. Er betete 
am Grabe des Apostels Thomas zu Meliapur: er predigte 
von einem Baume herab dein Volke von Travancor: auf 
den Molukkeue lehrte er geiftliche Gesänge, die dann von 
den Knaben auf dem Markte, Von den Fischern auf.der 
See wiederholt wurden: doch war er nicht geboren um zu 
vollenden: sein Wahlspruch war: AmpljusI ampliusZ sein 
Bekehrungseiser war zugleich eine Art Reiselust: schon er 
gelangte nach Japan; er war im Begriff den Heerd und 
Ursprung der Sinnesweise die ihm dort entgegengetreten 
war, in Sina.auszusuchen, als er starb.2s 
Es liegt in der Natur der Menschen, daß sein Bei: 
spiel, die Schwierigkeit der Unternehmung zur Nachahmung 
Maffei: Oommentarius de 1sebus 1ndieis p. 21. 
Maffei: Historiarum Indicarum 1ib. XIII et XIV.
        

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