Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-168136
Venezianische 
Irrungen. 
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mifzlingeni: die Neigungen der Päpfte gehn vorüber und 
wechseln: die Interessen der Staaten bleiben immer. Auf 
Issjeden Fall werden hiedurch die Fragen, die man zu ent: 
scheiden hat, bei weitem weniger Gegenstand des Jus 
canonicu1n und der Rechtssindung, als der Politik, gegens 
seitiger Forderung und Nachgiebigkeit. 
i Papst Paar v jedoch verstand seine Ansprüche einmal 
wieder völlig juridifch: er hielt die canonifchen Anordnungen 
der Decretalen fiir Geseze Gottes: er schrieb es nicht 
einer innern Nothwendigkeit der Sache, sondern persönlicher 
Nachlässigkeit zu, wenn seine Vorfahren etwas nachgegeben, 
übersehen hatten, und hielt sich für berufen diesen Fehler 
wieder gut zu machen. Bald nach feiner Thronbefteigung 
finden wir ihn deshalb mit allen seinen italienischen Nach: 
barn in bittern Streitigkeiten. 
In Neapel hatte der Reggente Ponte, Präsident des 
königlichen Rathes, einen kirchlichen Notar, von dem die 
Information über eine Ehesache dem bürgerlichen Gericht 
verweigert, und einen Buchhändler, von dem einer könig: 
lichen Verordnung zuwider das. Budh des Varonius gegen 
die sicilianische Monarchie verbreitet worden war, zu den 
Galeeren verurtheilt: ein Monitorium Clemens VIII hie: 
gegen war ohne Folgen geblieben. Papst Paul V zögerte 
keinen Augenblick, die Excommunication ausznsprechen.7 
Der Herzog von Savoyen hatte einige Pfründen vers 
gabt, deren Verleihung der römische Hof in Anspruch 
nahm, Genua Gesellschaften verboten, die bei den Jesuiten 
gehalten wurden, weil man da die Wahlen zu den Aemtern 
1. Les ambassades du cardinal du Permn II, 683. 736. 
 21s
        

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