Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-167446
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Buch 
Jnnere 
Streitigkeiten. 
möglich gewesen. Von den Banden, mit denen ihn bisher das 
spanische Uebergewicht umfaszt hatte, ward er um vieles freier. 
Zuerst tritt in dem Fortgange der Begebenheiten diese 
politische Richtung hervor. Bei dem Heimfalle von Feri 
rara an den päpstlichen Stuhl zeigte sich der französisi:he 
Einfluß zum ersten Mal wieder in italienischen Geschäften. 
Ein Ereigniß, das auch sonst für die Machtentwiokelung des 
Kirchenstaates von großem Belange ist: das hier, wie ja 
auch in der Aufmerksamkeit der Mitlebenden, die Angelegen: 
heiten der Religion unterbreäJen mag. Beginnen wir mit 
einem Rückblick auf das Land unter seinem legten Fürsten. 
Ferrara 
UUkck 
AIfouso 
Man nimmt häufig an, Ferrara sei unter dem letzten 
Este in besonders blühendem Zustande geIesen: doch ist diefz 
wohl eine Täuschung, wie so viele andere, die von der Ab: 
neigung gegen die weltliche Herrschaft. von Rom herrührt. 
Montaigne besuchte Ferrara unter Alfonso II. Er 
bewundert die breiten Strafzen der Stadt, die schönen 
Paläste: aber schon er findet sie öde und menschenleer, wie 
die heutigen Reisenden.1 Der Wohlstand der Landschaft 
beruhte aus der Erhaltung der Dämme, der Regulirung der 
Gewässer: aber weder die Dämme noli; die Flüsse und 
Canäle wurden recht in Ordnung gehalten: nicht selten 
traten Ueberschwemmungen ein: Volana und Primaro vers 
sandeten, so dasz die Schifsfahrt daselbst ganz aufhörte.2 
1. Montaigne: V0yage I, 226s231. 
2. Eine Relation über den Kirchenstaat aus dem Anfange des 
siebzehnten Jahrhunderts behauptet, der Herzog habe die Bauern,
        

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