Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-166959
LeHte 
Zeiten 
Sixtus 
205 
beleidigen, dafz sie vielmehr ein großes Jnteresse des 
römischen Stuhles selbst zu begünstigen, zu beschützen 
gedacht habe. 
Der Papst hörte ihn an, doch schien er unerschütter: 
lich, nicht zu überzeugen. Donato verzweifelte etwas aus: 
zurichten, und bat um seine Abschiedsaudienz. Am 16ten 
Dezember 1589 erhielt er sie, und der Papst machte Miene 
ihm seinen Segen zu versagen.I Aber nicht so ganz 
befangen wart doch Sixtus V, dasz nicht Gegengriinde von 
wesentlichem Inhalt auf ihn Eindruck gemacht hätten. Er 
war eigensinnig, hochfahrend, rechthaberisch, hartnäckig: 
aber dabei auch innerlich umzustimmen, für eine fremde 
Ansicht zu gewinnen, im Grunde gut1nüthig. Jndem er 
noch stritt, seinen Saz hartnäckig verfocht, fühlte er sich 
im Herzen erschüttert, überzeugt. Mitten in jener Audienz 
ward er aus einmal mild und nachgiebig.2 ,,Wer einen 
Gefährten hat,0 rief er aus, ,,hat einen Herrn: ich swill 
mit der Eongregation reden, ich will ihr sagen, dafz ich mit 
Euch geziirnt habe, aber von Euch besiegt worden bin.7s 
Noch ein paar Tage warteten sie: dann erklärte der Papst: 
er könne nicht billigen was die Republik gethan, doch wolle 
er auch die Maßregeln, die er gegen sie beabsichtigt, nicht 
vornehmen. Er gab Donato seinen Segen und küfzte ihn. 
 Eine kaum bemerkbare Umwandlung pIsönlicher Gei 
sinnung, die aber die grösste Bedeutung entwickelte. Der 
I. Disp. D0nato 16 Deo. ,,dop0 si1ung0 negotio resta11äo 
quasi privi d70gni speranza.44 
2. Ibid. Finalmente inspirata dgl signor Die  dissS 
di eontentakse11e Ahnen seinen Segen zu geben; e :dj essersi las 
Miste vi11cer da noi.
        

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