Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-166800
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Buth 
Jnn.ere 
Streitigkeiten. 
Jedoch nimmt ihnen dieß nichts an ihrer Kraft. Jus 
dem die jesuitischen Doctrinen die Bestrebungen des restau: 
rirenden Papstthums, oder vielmehr des weltgeschichtlichen 
Momentes, in welchem es sich befand, ausdrückten, gaben 
sie denselben durch systematische Begründung in dem Sinne 
der vorwaltenden theologischen Ueberzeugung eine neue Kraft, 
sie beförderten eine Richtung in den Gemüthern, von weis 
cher der Sieg eben abhing. 
Opposition 
der 
Lehre. 
Niemals jedoch ist in unserm Europa weder eine Macht 
noch auch eine Lehre, am wenigsten eine politische, zu voll; 
komn1ener Alleinherrschaft gediehen. 
Auch läszt sich keine denken, die nicht, mit dem Ideale 
nnd den höchsten Forderungen verglichen, einseitig und be: 
schränkend werden müßte. 
Noch allezeit hat sich auch den zur ausschlieszenden Herri 
schast anstrebenden Meinungen ein Widerspruch entgegenge: 
seht, der aus dem nnerschöpflichen Grunde des allgemeinen 
Lebens entsprungen, frische Kräfte hervorgetrieben hat. 
Nahmen wir wahr,.daß keine Macht emporkommen 
wird, die nicht zugleich aus der Grundlage der Jdee beruhe, 
so können wir hinzufügen, daß sie auch in der Idee ihre 
Beschränkung findet; die groszen Leben erzeugenden Kämpfe 
V0UzksheU sich immer zugleich in den Regionen der Ueber: 
zeugung, des Gedankens.   
So trat nun auch der Idee der weltbeherrschenden pries, 
sterlichen Religion die Unabhängigkeit der Nationalität, die 
eigene Bedeutung des weltlichen Elementes mächtig entgegen.
        

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