Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164159
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-166148
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Puck 
Gegenreformationen. 
Während man sich aber im Bambergifchen noch vor: 
bereitete, fuhr Bischof Julius fort das Wiirzburgische ganz 
umzugeftc1lten. Alle alten Einrichtungen wurden erneuert. 
Die Mutter:Gottes:Andachten, die Wallfahrten, die Brit: 
derschaften zu Maria Himmelfahrt, zu Mariä Geburt, und 
wie sie alle heißen, lebten wieder auf, und neue wurden 
gegründet. Procesfionen durchzogen die Straßen: der Glocken: 
schlag mahnte das gesammte Land zur gefefs3ten Stunde zum 
Ave Maria.I Aufs Neue sammelte man Reliquien und 
legte sie mit großem Pomp an den Stätten der Verehrung 
nieder. Die Klöster wurden wieder besetzt: aller Orten 
Kirchen gebaut: man zählt 300, die Bischof Julius gegründet 
hat: an ihren hohen spitzen Thiirmen kann sie der Reisende 
erkennen. Mit Erstaunen nahm man nach wenigen Jahren 
die Verwandlung wahr. ,,Was eben erst,H ruft ein Lob: 
redner des Bischofs aus, ,,für abcrgläubisch, ja für schimpf: 
lich. gegolten, das hält man nun für heilig: worin man 
noch eben ein Evangelium sah, das erklärt man nun für 
Betrug.U 
So grofze Erfolge hatte man selbst in Rom nicht 
erwartet. Das Unternehmen des Bischofs Julius war schon 
eine Zeitlang im Gange, ehe Papst Sixtus etwas davon 
erfuhr. Nach den Herbftferien 1586 erschien der Jesuiten: 
general Acquaviva vor ihm, um ihm. die Kunde von den 
neuen Eroberungen feines Ordens mitzutheilen. sSixtus 
war entzückt. Er eilte dem Bischof seine Anerkennung zu 
1. .Julii Epi5o0pi Statuts. ruralia. Gropp: scrjptt. t0m. I. 
Sein Sinn ist, daß die geift1iche Bewegung, die von dem höchsten 
Haupte der Kirche Ch21sti ausgeht, von oben nach unten sich allen 
Gliedern des Körpers mittheile. S. p. 444 de capitu1js kukalibus.
        

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