Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-159562
Geistige 
Richtung. 
Leid X. 
7l 
Schriften der Griechen und selbst vielleicht der Römer wie: 
der auffinden.   
Mittensin dieser Fülle von Bestrebung und Hervor: 
bringung, von Geist und Kunst, in dem Genuß der weit: 
lichen Entwickelung der höchsten geistlichen Würde lebte 
nun Leb X. Man hat ihm die Ehre streitig n1achen wol: 
len, dasz er diesem Zeitalter den Namen giebt: nnd sein 
Verdienst mag es so sehr nicht sein. Allein er war nun 
der Glückliche. In den Elementen die diese Welt bildeten, 
war er ausgewachsen: er besasz Freiheit nnd Empsänglich: 
keit des Geistes genug, ihre schöne Blüthe zu befördern, 
zu genieszen. Hatte er schon seine Freude an den lateini: 
schen Arbeiten der unmittelbaren Nachahmer, so konnte er 
selbständigen Werken seiner Zeitgenossen seine Theilnahme 
nicht entziehen. In seiner Gegenwart hat man die erste 
Tragödie, nnd so vielen Anstosz bei de1ns plautinisch:be: 
denklichen Inhalt das gab, auch die ersten Comödien in 
italienischer Sprache anfgefiihrt. Es ist fast keine, die er 
nicht zuerst gesehen hätte. Arioft gehörte zu den Bekann: 
ten seiner Jugend; Machiavell hat eins und das andere 
ausdrücklich für ihn geschrieben; ihm erfüllte Raphael Zi1n: 
mer, Gallerie nnd Capelle mit den Jdealen menschlicher 
Schönheit nnd rein ausgesprochener Existenz. Leidenschaft: 
lich liebte er die Musik, die sich in kunstreiä;ereH1ebnng 
eben damals in Jtalien ausbreitete: täglich hörte man den 
Palast von Musik erschallen: murmelnd sang .der Papst 
ihre Melodien nach. Es mag sein, das; dies; eine Art 
geistiger Schwelgerei ist: es ist dann wenigstens die ein: 
z.ige, die einem Menschen ansieht. Uebrigens war Leb X
        

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