Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-164026
Die 
Curie. 
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Bei der Wirksamkeit nnd dem raschen Wechsel der 
persönlichen Verhältnisse sind besonders die Gesandten zu 
aus3erordentlicher Aufmerksamkeit verpflichtet. Wie ein gus 
ter Pilot merkt der Botschafter auf, woher der Wind blast: 
er spart kein Geld Inn Knndschaster zu halten: alle sein 
Aufwand wird ihm durch eine einzige gute Nachricht ein: 
gebracht, die ihm den gelegenenMoinent anzeigt, dessen 
er für seine Unterhandlung bedarf. Hat er dem Papst 
eine Bitte vorzutragen, so ist sein Bemühen die anderweii 
ten Jnteressen desselben unvermerkt mit einznflechten. Vor 
allem sucht er sich des Nepoten zu bc1ncichtigen 1cnd ihn 
zu überzeugen, daß er von keinem andern so sehr wie 
von seinem Hofe Reichthiimer und fortdauernde Grösse zu 
erwarten habe. Auch der Gewogenheit der Cardinäle sucht 
er sieh zu versichern. Er wird keinem das Papstthnm ver: 
sprechen, doch wird er ihnen allen mit Hoffnung schmei: 
cheln. Keinem wird er ganz ergeben sein, doch auch dem 
Feindseliggesinntens zuweilen eine Begünstigung zuwenden. 
Er ist wie ein Jäger, der dem Sperber das Fleisch 
zeigt, aber ihm davon nur wenig, nur nach und nach 
giebt. 
So leben und verkehren sie unter einander: Cardinäle, 
Botschafter, Prcilaten, Fürsten, öffentliche und geheime Macht: 
haber: voll Ceri1nonie, für welche Rom der classische Bo: 
den wurde, Ergebenheit, Unterordnung: aber Egoisten durch 
nnd durch: nur immer begierig etwas zu erreichen, durchs 
zusezen, dem Andern abzugewinnen. 
Sonderbar, wie der Wettstreit um das was Alle 
WüUfChCt1, Macht, Ehre, Reichthum, Genuß, der sonst
        

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