Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-163977
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BUT; 
Staat 
und 
Hof. 
Mit Vergnügen erinnerte man sich, dasz Johann XXI11, 
als man ihn fragte weshalb er nach Rom gehe, geant: 
wortet hatte, er wolle Papst werden, und daß er es ge: 
worden war. So eben waren Pius V und Sixtus V 
aus dem geringsten Stande zu der obersten Würde empor: 
gekommen. Ein Jeder hielt sich zu allem fähig und hoffte 
auf alles. 
Man hat damals oft bemerkt, und es ist vollkom: 
men wahr, daß Prälatur. und Curie etwas Republitanisches 
hatten: es lag eben darin, daß Alle Anspruch machen tonn: 
ten an Alles, dasz man fortwährend von geringem Anfang 
zu den höchsten Würden stieg: allein die sonderbarste Ver: 
fassung hatte doch diese Republik: der allgemeinen Berech: 
tigung stand die absolute Gewalt eines Einzelnen gegen: 
über, von dessen Willkür jede Begabung, jede Beförde: 
rung abhing. Und wer war alsdann DieferP Es war 
der, welcher durch eine schlechthin unberechenbare Combi: 
nation aus den Kämpfen der Wahl als Sieger hervor: 
ging. Wenig bedeutend bisher, bekam er plötzlich die 
Fülle der Macht in seine Hand. Seine Persönlichkeit 
konnte er sich um so weniger veranlaßt fühlen zu ver: 
läugnen, da er der Ueberzeugung lebte, durch eine Ein: 
wirkung des heiligen Geistes zu der höchsten Würde erko: 
ten worden zu sein. In der Regel begann er gleich mit 
einer durchgreifenden Veränderung. Alle Legaten, alle Go: 
vernatoren. in den Provinzen wechselten. In der Haupt: 
stadt gab es einige Stellen, die ohnehin immer den jedes: 
1naligen Nepoten zufielen. War nun auch, wie in den 
Zeiten die wir zunächst betrachten, der Nepotismus in
        

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