Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-163857
500 
Buch 
Staat 
und 
Hof. 
diese Behandlung  zuweilen nnsinnlich ideal, zuweilen 
hart und uunatürlich  die Grenzen der Kunst hinwie: 
derum überschritten wurden: genug, wenn wir bemerken, 
dass, die Kirche siih der wiederhergestellten Malerei völlig 
bemächtigte. Sie belebte dieselbe durch einen poetischeu An: 
hauch und die Grundlage positiver Religion: aber sie gab 
ihr zugleich einen geistlichen priesterlichen, modernsdogma: 
tischen Charakter. 
Leichter mußte ihr diesz noch in der Baukunst werden, 
die unmittelbar in ihren Diensten stand. Ich weiss, nicht, 
ob Jemand den Fortgang untersucht hat, der in den moder: 
neu Bauwerken von der Nachahmung der Antike bis zu dem 
Cauou führte, den Barozzi für die Erbauung der Kirchen 
erfand, und der sich seitdem zu Rom und in der ganzen 
katholischen Kirche erhalten hat. Die Leichtigkeit und freie 
Genialität, mit der das Jahrhundert begann, hat sich auch 
hier zu Ernst und Pomp und devoter Pracht utngestaltet. 
Nur von Einer Kunst blieb es lange zweifelhaft, ob sie 
sich den Zwecken der Kirche werde unterwerfen lassen. 
Die Musik hatte sich um die Mitte des sechzehnten 
Jahrhunderts in die verschli1ngenste Kiinstlichkeit verloren. 
Verlängerungeu, Proportionen, Nachahmungen, Räthsel, Fu: 
gen machten den Ruhm eines Tousegers. Auf den Sinn 
der Worte kam es nicht mehr an: man findet eine ganze 
Anzahl Messen aus jener Zeit, die nach dem Thema be: 
kannter weltlicher Melodien abgefaßt sind: die menschliche 
Stimme ward nur als Instrument behandelt.I 
Giuseppe Baini: 
Mem0rie 
storicoi 
 crjticbe 
della 
vita
        

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