Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-163366
Sixtus 
Ba11diten. 
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Man hatte die Gewohnheit auf den Kopf eines Bani 
diten einen Preis zu setzen. Sixtus verordnete, dasz diese 
Preise nicht mehr von der Kammer, sondern vielmehr 
von den Verwandten des Banditen, oder. wenn diese zu 
arm, von der Gemeinde aus der er stan1me, gezahlt wer: 
den sollten. 
Es leuchtet ein, daß er das Interesse der Herren, der 
Gemeinden, der Verwandten für seine Zwecke in Anspruch 
zu nehmen suchte. Das Interesse der Banditen selbst be: 
1niihte er sich zu erwecken. Er Versprach einem jedem, der 
einen Genossen todt oder lebendig einliefern würde, nicht 
nur die eigene Begnadignng, sondern auch die Begnadigung 
einiger seiner Freunde die er nennen könne, nnd iiberdiesz 
ein Geldgeschenk. 
Nachdem diese Anordnungen getroffen worden, nnd 
man ihre strenge Handhabung an ein paar Beispielen er: 
lebt hatte, bekam die Verfolgung der Banditen in kurzem 
eine andere Gestalt. 
Es war ein Glück, daß es bald im Anfang mit ein 
paar Oberhcinptern gelang. 
Es liesz den Papst nicht schlafen, dasz der Prete Guer: 
cino, der sich König der Cancpagna nannte, der einmal den 
Unterthanen des Bischofs von Viterbo verboten hatte ihrem 
Herrn zu gehorchen, noch immer sein Handwerk fortsetzte, 
und so eben neue Pliinderungen vorgenommen hatte. ,,Er 
betete,tt sagt Galesinus, ,,Gott möge den Kirchenstaat von 
diesem Räuber befreien :tt den andern Morgen lief die Nach: 
ruht ein, Guercino sei gefangen. Der Kopf ward mit ei: 
ner vergoldeten Krone an der Engelsburg ausgestellt: der 
29r
        

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