Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-162919
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BUT; 
Staat 
und 
Hof. 
Sie waren meist auf Sportelu gegründet: der Industrie 
der Beamten war ein groszer Spielraum gelassen. Der 
Papst hatte nichts davon als den Kanfpreis sobald sie vas 
cant wurden. . 
Wollte der Papst zu irgend einer lostsPieligen Unter: 
nehmung schreiten, so bedurfte er dazu aufzerordentlicher 
Mittel. Jubiläen und Jndulgenzeu waren ihm eben darum 
höchst erwünscht: die Gut1niithigteit.der Glänbigen gewährte 
ihm dadurch ein reines Einkommen. Noch ein anderes 
Mittel ergab sich dann leicht. Um über eine bedeutendere 
Summe verfügen zu können, brauchte er nur neue Aen1tcr 
zu creiren und dieselben zu verkaufen. Eine sonderbare Art 
von Anleihe, von der die Kirche die Zinsen in erhöhten Ge: 
fällen reichlich abtrng.s ,Schon lange war sie in Gebrauch. 
Einem glaubwiirdigen Register aus dem Hause Chigi zu; 
folge, gab es in dein Jahre 1471 gegen 650 käufliche 
Aemter, deren Einkommen man ungefähr auf 100000 St, 
berechnete.I Es sind fast alles Procnratoren, Registrato: 
reu, Abbreviatoren, Correctoren, Notare, Schreiber, selbst 
Laufes: und Thürsteher, deren wachsende Anzahl die Unkosten 
einer Bulle, eines Breves immer höher brachte. Eben dar: 
aus waren sie angewiesen: ihre Geschäfte wollten wenig 
oder nichts sagen. 
Man erachtet leicht, dass die folgenden Papste, die 
sich so tief in die europäische11Händel verstriekten, ein so 
I. Gs1i ukAcii piu antic11i. MS. Bibliotheca Chigi N. ll. 50. 
Es sind 651 Aemter und 98340 So. Ho Alls creati0ne di Sisto IV. 
So wenig ist es wahr, was Om1phrius Panvinius sagt, daß. Six: 
tue IV sie zuerst verkauft habe: p. 348.
        

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