Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-162738
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Bad; 
Staat 
und 
Hof. 
Eben so wenig ward Bologna unterjocht. Es hat 
allezeit mit den Formen auch viele wesentliche Attribute 
municipaler .llnabhcingigteit behauptet. Frei verwaltete es 
seine Einkünfte: es hielt seine eigenen Truppen: der Legat 
des Papstes nahm eine Besoldung von der Stadt. 
In dem venezianischen Kriege eroberte Julius II die 
Städte der Romagna. Er hat keine einzige an sich ge: 
bracht, ohne beschränkende Bedingungen einzugehen oder 
ohne bestimmte neue Vorrechte zu gewähren; auf die Ca: 
pitnlationen, die sie damals schlossen, sind sie später im: 
mer zuriiekgekommen. Das staatsreehtliche Verhältnisz, in 
das sie traten, bezeichneten sie mit dem Titel der kirchlichen 
Freiheit. 
Fassen wir den Staat, der auf diese Weise znsami 
menkam, im Ganzen, so hat er eine große Aehnlichkeit 
mit dem k3enezianischen. In dem einen wie in dem ans 
dern,war die Staatsgewalt bisher in den Händen der 
Conn11unen gewesen, die in der Regel andere kleinere Gei 
1neinheiten unterworfen hatten und beherrschten. Jm Vei 
nezianischen ;begaben sich diese regierenden Municipalitäten, 
ohne darums ihre Unabhängigkeit in allen Stücken einzu: 
büßen, ans sehr genau bestimmte Bedingungen unter die 
Herrschaft der Nobili von Venedig. Jm Kirchenstaat ge: 
riechen sie unter das Gemeinwesen der Curie. Denn ein 
Gemeinwesen, wie dort der Adel, bildete hier der Hof. 
Zwar war die Würde der Ptälatur während der ersten 
Hälfte dieses Jahrhunderts noch selbst nicht für die bei 
1Is Ranaldus gedenkt dessen, aber sehr kurz. Ueber Ravenna 
1lieronymi liubei Histo1siarum R8v0auatum ljb. VI11, p. 660.
        

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