Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die römischen Päpste, ihre Kirche und ihr Staat im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert
Person:
Ranke, Leopold von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-158108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-161772
292 
Buch Il1. 
Die 
Päpfte 
Um 
Mitte 
16 Jahrhs 
einen sähigern Diener gehabt: er übertrug ihm die Summe 
nicht allein der weltlichen, sondern sogar der geistlichen Ge: 
schäfte, und sah es gern, wenn man ihn als den Urheber 
der Gunstbezeugungen, die man empfing, betrachtete. 
Seine beiden andern Nepoten würdigte der Papst 
lange keines guädigen Blickes. Erst ais and; sie sich 
zu der antispa11ischen Gesinnung des .Oheims bekannten, 
schenkte er ihnen sein Wohlwollen.I Niemals hätte man 
erwartet was er that. Er erklärte, den Colonneseu, steten 
Rebellen gegen Gott und Kirche, habe man ihre Schlösser 
öfter entrissen, aber ohne sie je zu behaupten: setzt wolle 
er sie Lehensleuten c1uftragen, welche sie zu vertheidigen 
wissen würden. Er theilte sie seinen Neffen zu: den til: 
tern ernannte er zum Herzog von Palliano, den jüngern 
zum Marchese von Montebello. Die Cardinäle schwiegen 
still, als er ihnen diesen seinen Willen erössnete, und sahen 
zur Erde. Die Carassa7s erhoben sich zu den weitaussehend: 
sten Entwürfen. Die Töchter sollten in die Familie, wenn 
nicht des Königs von Frankreich, doch des Herzogs von 
Ferrara verheirathet werden. Die Söhne. hossten wenige 
stens Siena an sich zu bringen. Es scherzte Einer über 
das mit Edelsteinen beset3te Barett eines Kindes aus diesem 
Hause: man dürfe jetzt wohl von Kronen reden, versetzte 
die Mutter der Nepoten.2 
In der That kam alles auf den Erfolg des Krieges 
1. Ext1sactas pkocessus Cardinalis Carafkae. simi1iter du: 
        
Papa sum n11nquam vidit grabe vultu et bono 0c111o. 
2. Bromato IX, IS. II, 286. Wörtlich: non esser que1 
temp0 da parlar di berette, me. di cotoae.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.