Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lorenzo de' Medici il Magnifico
Person:
Reumont, Alfred von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-151319
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-153121
Lorenzo 
des 
Medici 
fÜV Pius. 
115 
Würde. Sagte er das Credo her, diese bösen Geister würden 
Ke3erei darin wittern. Gestatteten die vielen Geschäfte St. 
Heiligkeit von dieser Sache persönlich Kenntniß zu nehmen 
und die Wahrheit zu erkennen, so bin ich gewiß das Ganze 
würde in Nichts zerfallen und diese Wahrheit ans helle Tages: 
licht kommen. Aber der Papst muß sich aus Andere verlassen, 
und dieser arme Mann kann sich nicht vertheidigen: legt er 
seine Gründe dar, so heißt es er rede wider den h. Vaterl 
Hätte er mit den Feinden allein zu schaffen ohne daß die 
Päpstliche Autorität sie deckte, so würde er sie bald zum 
Schweigen bringen. Sein Unglück besteht aber darin, daß er 
boshaften Jgnoranten gegenüber steht, die das Haupt der 
Kirche vorschieben. Jch habe euch schon meine Vermuthung 
angedeutet daß man7s darauf anlegt, ihn zur Verzweiflung 
und zu irgendeinem aussallenden Schritte zu treiben, der 
schließlich gegen Se Heiligkeit gerichtet sein könnte. Denn, 
glaubet mir, Giovanni, dieser Mann hat es in seiner Macht, 
Gutes wie Schlimmes zu wirken. Sein Leben und sein Ver: 
halten legen Ersteres an den Tag. Zwingt man ihn zum 
Einschlagen eines andern Weges, so Verliere ich persönlich 
wenig dabei, denn welche Richtung er immer nehmen mag, 
mir wird er wohlwollen, wie ich ihm wohl will. Es ist 
mir nie gelungen euch dies recht klar zu machen. Ohne mich 
auf Einzelnes einzulassen, bemerke ich jetzt blos, daß man 
ihn zu einem Schritt hat bereden wollen, der schlimmes 
Aergerniß geben könnte, ich ihn aber immer abgehalten habe, 
sodaß er hierhergekommen ist, tugendhasten Lebenswandel führt 
und sich beruhigt hat. Diese Teufel versuchen ihn mit ihren 
Verfolgungen, und man schenkt ihnen nur zu sehr Glauben.U 
Der merkwürdige Brief zeigt wie erregt der Schreiber 
war. Seine ernsten Vorstellungen erlangten wenigstens, daß 
man Pico, welcher wie nachmals Galileo auf eine Villa in
        

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