Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lorenzo de' Medici il Magnifico
Person:
Reumont, Alfred von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-144466
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-147949
Florentinische Hochzeitsfeier. 
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Sonntag den 4. Juni festgesetzt. Zwei Tage vorhershatten 
alle Städte und Ortschaften des florentinischen Gebiets Geschenke 
an die Mediei gesandt, Lebensmittel, Confeet, Wein und Wachs, 
darunter hundertundfünzig Kälber und mehr als zweitausend 
Paar Kapaunen und Hühner, eine Art Tribut oder Donativ 
wie man Herrschern bei Familien; und andern Festen dar: 
brachte. Das Geschenk wurde unter etwa achthundert besreuni 
dete Bürger vertheilt. Am festgesetzten Tage hielt Clariee 
ihren Einzug in das Medieeische Haus. Sie trug ein Kleid 
von Broeat, Gold und Weiß, mit Prächtiger Mantelkappe nach 
florentinischer Sitte, und ritt das von König Ferrante Los 
renzo geschenkte Pferd. Trompeter und Pfeifer schritten 
voraus, zu beiden Seiten gingen die Brautführer, hinter ihr 
ritten von ihrer Dienerschaft umgeben Messer Carlo und 
Messer Tomn1aso de7 Mcdici. 
Am Hause, vor welchem in Via Larga ein prächtiges 
Tanzgerüst errichtet war, empfingen dreißig reichgekleidete junge 
Mädchen und Frauen die Braut, welcher eine gleiche Zahl von 
Brautführern geleitet folgte. Als sie anlangten, wurde aus 
einem kunstreichen Gerüst von der Art der bei den Johannes: 
festen üblichen ein Oelbaum zu den oberen Fenstern hinauf; 
gezogen. Nun begann die Malzeit. In der Loggia des Gar: 
tens speisten die Braut und etwa fünfzig junge Frauen, in 
den um den Hofrau1n laufenden SäulenhalIen auf drei Seiten 
gegen siebzig vornehme Männer, im Saale des Erdgeschosses 
etwa sechsunddreißig junge Leute, im Saale des ersten Gei 
schosses vierzig ältere Frauen mit Madonna Luerezia. Jm 
Marco Parenti7s an, den Vers. der handschriftlich gebliebnen Chronik, 
deren noch gedacht werden wird. Eine Aehnlichkeit zwischen der Sehreibart 
letzterer und dieser ,,JnformationU wäre jedoch schwer herauszufinden. Die 
Ansicht des ungenannten Herausgebers, der Bericht sei an Filippo Strozzi 
den ältern, damals in Neapel, gerichtet ist schwach begründet.
        

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