Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-132836
von Habsburg, 
Rudolf 
1273s 
129l. 
559 
sie diese Stadt kaum je zuvor 
freute sich über dass leutselige, 
spielc, wie 
schaft aber 
gesehen, wurden gefeiert; die Bürger: 
herzgewinnende Wesen des Königs. 
Unvergeßlich war den Erfnrtern folgende h1nnoriftische Szene. Wenn einer der 
Biereigcn, d. b. der Bürger, welche die Braugerechtigkeit befaßen, ein ,,frisches Bier auf: 
getha11U nnd die Fahnenstange, ,,sein Zeichen vorgestoßenU hatte, zeigte dies der Bierrnfer, 
gravitätisch die Straßen sdurchschreitcnd an. Eines Tages trat der König in dem schlichten 
Wa:nms, das er zu tragen pflegte, auf die Gasse und ahmte dem stattlichen Bierrnfcr 
mit den Worten nach: ,,Hol7 in, hol7 inZ ein gut Bier hat Herr Sifrid von Butftete 
nfgethan.U 
 Aber nicht zu Spiel nnd Scherz, zu ernster Thiitigkeit war Rudolf er: 
schienen. Sie begann mit einem Streifzng gegen die Raubritter: nennnndzwanzig 
wurden gefangen geno11nnen und a1n 20. Dezember Vor den Thoren der Stadt 
Erfnrt enthauptet. Nach de1nWeihnachtsSifest wurde ein Landfrieden für Hessen, 
Thüringen n11d Sachsen erlassen, und dann in den ersten Monaten des neuen 
Jahres ein neuer Rachezng gegen das ränberische Gesindel unternommen, dem 
man nicht weniger als sechs5undsechzig Burgen brach. Auch in bürgerlichen 
Streitigkeiten saß der König zu Gericht nnd zeigte sich ebenso geschickt in der 
Ern1ittelnng der Wahrheit, wie gerecht in seinem Urtheil. 
Ein Vorgang, der von anderen Cl1ronisten na6h Nürnberg verlegt wird, beweist dies 
genugsam. Ein fremder Kaufmann trat vor den König und klagte, daß ein Erf11rter 
Bürger eine bei ihm hi11terlegte Summe nicht herausgeben wolle. Der Angeklagte leugncte 
beharrliclJ; doch Rudolf wußte Rath. Er ließ sieh von dem Bürger ein Wahrzeichen geben, 
welches er an dessen Hausfrau mit dem Bedenken schickte, sie möchte dem Ueberbringer das 
von dem Fremden hinterlegte Geld einhändigen. Die Frau, weläJe kein Arg hatte, ge: 
horchte, der Betrüger werd überwiesen und erlitt die verdiente Strafe. Der Kausherr 
aber soll ansgerusen haben: ,,Wahrlirh, dieser König ist heilig nnd Gott wirkt Wunder 
durch ihnlH 
Auch in der zweiten Angelegenheit, welche den König nach Thüringen ge: 
fiihrt hatte, war seine Thätigkeit erfolgreich. Jni Mai 1290 versöhnte sich TM 
Albrecht von Thüringen mit Friedrich von Meißen; am 5. August 
wurde zwischen Albrecht und seinem Sohne Friedrich ein zweiter Vertrag ab: 
geschlossen, in dem der Vater gelobte, er wolle hinfort weder sein Haus, noch 
seine Stände, weder Lande noch Leute versehen noch vergeben wider Friedrichs 
Willen; seinem  natürlichen  Sohn Apitz wolle er ein Erbtheil geben nach  
dem Rath seiner beiden recht1niißigen Söhne. 
Fast ein Jahr lang hat Rudolf in Thüringen verweilt und er bezeugte, 
das; es ihm hier ,,in dem herrlichen Garten des römischen Reiches, n1it Wunder: 
barenI Behagen Wohlgefallen habest Wirklich waren dies die letzten sonnigen 
Tage des alternden Königs gewesen, auch sie waren schon nicht mehr ganz frei 
von triibein, tranrige1n Gewölk. Ein Frühlingsfrost ertödtete die schönste Blüthe 
seiner Hoffnungen: am 10. Mai starb zu Prag sein geliebter Sohn Rudolf, 12g0 
den er zu seinem Nachfolger bestimmt hatte. Nicht ganz ungiinstig waren die 
Aussichten des Verstorbenen gewesen, denn im April 1290 hatte sich König
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.