Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-131751
Friedrich 
Barbaroffa, 
1l52s 
sl190. 
463 
Sultan Kilidfch Arsl a n von Jconiu m ihrer Unterstiit,zung und des Durch: 
zuges versichert. Um nnniit,Jes Gcsindel fern zu halten, mußte jeder Theilnehn1cr 
wenigstens drei Mark Silber aufweisen können, die Zurückbleibenden hatten den 
sogenannten Saladinszehnten zu entrichten. Jm Frühjahr 1189 brach dann der 
greife Heldenkaiser mit einem Heere von 50,000 Rittern und ebenso viel Strei: 
tern zu Fuß von Regensburg auf. Mit dem Kaiser, der damals siel1zig Jahre 
alt war, zogen sein zweiter Sohn, Herzog Friedrich von Schwaben, die 
Hcrzöge von Meran und Steyermark, der Markgraf Hermann 
von Baden, der Landgraf Ludwig von Thüringen, die Grafen 
von Kyburg, Nassau, Holstein, Henneberg, die Bischöfe von 
Würzburg, Paffau, Osnabriick, Meißen 1I. a. Unaugefochten gelangte 
das Heer nach Belgrad. Jetzt aber zeigte der griechische Kaiser Jsaak die alte 
an den Griechen gewohnte Trenlosigkeit. Er lief; die kaiserlichen Abgeordneten 
in den Kerker werfen, und auf dem Weitermarsche durch die Bulgarei fand das 
Kreuzheer verlegte Passe und Verhaue, nnd Haufen von Bnlgaren, die, von den 
Griechen bestochen, die Pilger mit vergifteten Pfeilen und Wurfgeschossen um: 
schwärmten oder die Verirrten und Zögernden nmbrachten. Dagegen trat denn 
auch Friedrich in Thracien wie in einem feindlichen Lande ans, jagte die grie: 
chischen Trnppen in die Flucht und ließ ans den gepliinderten Stiidten uuermef3: 
Eiche Beute zusa1nmentreiben. Jn Philippopolis erhielt Friedrich ein Schreiben 
des Kaisers Jsaak, das mit den lächerlichsten nnd diinkelhaftesten Prahlereien 
und Drohungen angefüllt war. Der Kaiser nannte sich darin den Allerheiligsten 
nnd den Engel des Erdkreifes, während er Friedrich nur als den ersten Fürsten 
Deutschlands bezeichnete. Dieser ließ das Schreiben mit Verachtung z11rückgeben 
nnd würdigte es keiner Antwort. Jfaak beftirchtete, Friedrich wolle ihm sein 
Reich entreißen und seine1n Sohn, dem Herzog von Schwaden, verleihen. Erst 
als Adrianopel in die Gewalt der Deutschen gefallen war, als die geängsteten 
Einwohner sich in Menge nach Konstantinopel fliichteten, und die Nachricht von 
den Gewaltthaten des ,,eiseruen Volkes der AlemannenU Furcht nnd Schrecken 
verbreiteten, kam es mit dem griechischen Kaiser zu einem Vertrage, demzufolge 
die Kreuzfahrer auf griechischen Schiffen nach Asien übergesetzt und mit Lebens: 
1nitteln versehen werden sollten. Die 1leberfahrt nach Asien fand in der Oster: 
worhe 1190 bei Gallipoli unter Trompeten: nnd Hörnerschall statt. 
Der Zug ging über Sardes 1n1d Philadelphia in das Gebiet des Sultans 
von Jconium. Die Seldschucken erwiesen sich noch treuloser als die Griechen. 
Während die Grenzstädte billig, und reichlich Lebensmittel iiberlies3en, um die 
Kreuzfahrer desto sorgloser zu machen, brachen auf dem weiteren Zuge allent: 
halben die leichten tiirkischeu Reiter aus den Bergskhlnchten hervor, so daß der 
Zug nach Jconium unzähligen Menschen nnd Pferden das Leben kostete. Bald 
stießen die Christen auf ein 30,000 Mann starkes Heer des Sultans, sie durch: 
brachen seine Reihen und sprengten es in die Flucht; 10,000 Türken bedecktes: 
die Wahlstatt.. Aber schlimmer als der Feind war die öde Gegend; der Mangel 
an Lebensmitteln und an Wasser raffte fortwährend Menschen nnd Pferde dahin,
        

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