Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-131539
Friedrich 
Barbarofsa, 
1152s 
s1190. 
443 
Pliinderuug nnd Zerstörung preisgegeben, wobei die Bewohner von Lodi und 
Cre1nona in ihrem Haß und Rachedurst am heftigsten zugriffen Lll60J. Crenia 
lag in Triinnnern, ein Denkmal heldenmiithigen Kampfes für bürgerliche Freiheit. 
Noch während der Belagerung von Erema war Hadrian lV. gestorben i1t59J, use 
noch auf dem Sterbelager mit dem Gedanken 11mgehend, durch den Banustrahl 
gegen den Kaiser die Flauune des Aufruhrs in der Lon1bardei zu schüren. Nun 
entstand eine zwiespältige Papstwahl, indem sich die kaiserliche Partei fiirViktorIV., 
die Mehrzahl der .5iardinäle für Alexander III. erklärten, jenen Kardinal Ro: 
land, der auf dem Reichstage zu Besanc;on so keck das Wort geführt hatte. 
Friedrich berief eine Kircheuversammlung deutscher nnd lon1bardischer Bischöfe 
nach Pavia und ließ hier Viktor bestätigen, während Frankreich und England 
Alexander lIl. als rechtmäf3igen Papst anerkannten, weshalb dieser, da ihm die 
Römer die Aufnahme verweigerten, fiir die nächste Zeit seinen Aufenthalt in 
Frankreich nahm. Auf sein Antreiben setzten die Mailänder ihren Widerstand 
fort, Friedrich aber mußte, da die Dienstzeit der Deutschen abgelaufen tvarVJ, in 
den ihm ergebenen Städten abwarten, bis ein neues Heer aus Deutschland an: 
langte. Während daher Friedrich den Kardinal Roland als schismatischen Papst 
und Verräther gegen das Reich mit dem Banne belegen 1md ,,sein Fleisch dem 
Satan übergeben ließ, auf das; die Seele gerettet werde am Tage des GerichtesU, 
und Alexander den siirchenfluch, den er bereits über Viktor IV. ausgesprochen, 
nun auch gegen des Kaisers Ha11pt schleuderte, fanden bis zum Frühling des Jahres 
1161 in der Lombardei nur unbedeutende Unternehmungen statt. Um diese Zeit um 
langten die deutschen Fürsten allmählich mit neuen Heerhaufen an. Nun ward 
Mailand eng eingeschlossen, die Umgegend ve1wüstet und alle Zufuht abgeschnitten. 
Der Krieg zog sich in die Länge. Auch bei dieser Belagerung suchten sich beide 
Theile an Grausamkeit nnd Wildheit zu iiberbieten. Um die Grausamkeiten der 
Mailänder, Verstünnnelungen 1n1d Blendungen der Gefangenen zu rächen, wurde 
auch von den Deutschen der größte Theil der Gefangenen aufgehängt. Alle, 
welche den Mailändern Zufuhr bringen wollten, verloren die rechte Hand. Friedrich 
schwor, nicht eher die .stroue wieder auf sein Haupt zu setzen, als bis die Stadt 
erobert sei. Zu Anfang des Jahres 1l62 entstand bereits Huugersnoth, zumal use 
eine Feuersbrunst die Vorrathshäuser in Asche gelegt hatte. Eine Zeit lang 
stärkte die dem Papste Alexander anhäugende Geistlichkeit noch den Widerstand, 
endlich wurden Abgeordnete an Friedrich geschickt, die dem Kaiser erklärten: Mai: 
land wolle alle Befcstigungen zerstören, auf eigene Kosten eine kaiserliche Burg 
bauen, allen Biindnissen entsagen, das Heer in die Stadt aufnehmen, 300 Geiseln 
stellen, die Ernennung der Obrigkeiten dem Kaiser übertragen, sich aller Hoheits: 
rechte begeben und eine große Summe Geldes zahlen. Die Mailänder glaubten 
hiermit das Aeuszerste gethan zu haben, aber im kaiserlichen Rathe war man ge: 
thcilter Ansicht, ob man die Anerbietungen annehmen oder verworfen sollte; ins: 
besondere erklärte der von den Mailänderu schwer beleidigte Kanzler Rainald, 
VgIs 
die 
hierauf 
bezügliche Abbildung 
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