Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-131226
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VII. 
Zeitalter 
Das 
H0henstaufen. 
der 
Kreuzziige und 
der 
bei der Nachricht von einem beabsichtigten sizilischen Feldzuge zu Aufruhr und 
Meuterei steigerte. Bald darauf entbrannte ein Streit zwischen Lothar und 
Junocenz, als bei Gelegenheit einer neuen Belehnung mit Apulien das Ver: 
hältnisz des Reiches und des apostolischen Stuhles in Siiditalien zur Frage kam. 
Die Sache konnte nur dadurch entschieden werden, daß beide Häupter der 
Christenheit, Kaiser 1md Papst, die Lehnsfahne hielten und vereinigt dem neuen 
Herzog, Rainulf von Alifa, überreichten. 
Damit endete Lothars italienischer Zug. Verstim1nt über den Undank des 
Papstes, dem er so viele Opfer gebracht, und sich bereits krank fühlend, eilte er 
nach Deutschland zurück. Aber er kam nur bis zum Dorfe Breitenwang auf 
der Grenze Baierus, zwischen Jnn und Lech. Hier iiberraschte ihn der Tod. 
 Sterbeud l1elehnte er seinen Schwiegersohn Heinrich mit dem Herzogthum Sachsen 
und überreichte ihm die Reichsinsignieu. Er starb in einer elenden Bauernhütte 
u37 den Z. Dezember 1137. Seine Leiche ward nach Sachsen geführt und in der 
auf seinem Erbgnt gestifteten Klosterkirche zu Königslutter im Vraunschweigischen 
begraben. Kann ihm auch der Ruhm der Frömmigkeit und Tapferkeit nicht ab: 
gesprochen werden, so trifft ihn doch der Vorwurf, daß er in allzu großer Füg: 
samkeit gegen den römischen Stuhl die Jdee eines römisch:dentschen Kaiserthums 
nicht in ihrer wahren Größe erfaßt hat. 
Lothar hatte noch zu seinem Kummer erfahren miissen, daß seine thener er: 
kauften Siege in Jtalien ohne Erfolg waren. Kaum nach seiuen1Abzuge kehrte 
Roger Rache dürstend zurück und zwang alle seine Feinde zur Uuterwerfung. 
Inzwischen war Anaelet gestorben C1138J und Jnnocenz sühnte sich mit dessen 
Partei aus. Als aber Jnnocenz den verwegenen Plan faßte, den mächtigen 
Normanuenköuig mit den Waffen zu bekämpfen, gerieth er in Gefangenschaft 
und beque1nte sich nun leicht, den König Roger mit Sizilien und Apulien zu 
belohnen, in der 11eberzeugung, das; eine Verbindung mit den Norn1anne11 dem 
römischen Stuhle vortheilhafter sei, als die Ausdehnung der deutschen Hoheits: 
rechte über Unteritalien.  
Im Verhältnis; zu den Fürsten zeigte Lothar ebenso wenig kaiserlichen Sinn, 
wie gegen den Papst. Er gab das Gesetz,.dafz durch Aussterben erledigte Lehen 
künftig nicht mehr an Kaiser und Reich z11rückfallen, sondern von dem nächsten 
fürstlichen Verwandten geerbt werden sollten. Diesen Eingriff in das kaiserliche 
Recht that der Kaiser selbst, nur um seinem Eidam, dem Herzog Heinrich von 
Vaiern, das Erbe des Herzogthums Sachsen zu sichern, während derselbe Kaiser 
früher, wo es galt, die Hohenstaufen zu schwächen, das Gegentheil behauptet und 
durchgeführt hatte. Der Gewinn war auf Seiten der Fürsten. Jm Süden kam 
das Haus der Zähringer empor, von dem ein dritter Sprosse Konrad durch 
Lothar das Reichsve1weseramt über Bnrgundien erhielt, wodurc; dem Reiche diese 
Grafschaft gerettet wurde, die ein Graf Raynald von Var dem Reiche zu ent: 
fremden suchte Ct128J. Auch das Wiirttemb erger Haus begann damals durch 
die Gunst der Hohenstaufen sich zu heben. Ein Graf von Regensburg ward 
Herzog von Kärnthen. Ja Oestreich blühten noch die Vabenberger.
        

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