Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-126398
und 
ArioviftwJ 
C. Julius 
Cäsar. 
17 
beschloß er, der Herrschaft des germanischen Heerkönigs in Gallien ein Ende 
zu machen. 
Er legt in seinen Connnentarien den gallischen Hä1iptlingen eine ausfiihrliche 
Schilderung der Verhältnisse bei, die er ohne Zweifel zuvor schon kannte. Jn 
großer Zahl kommen sie zu ihm nnd wünschen ihm zu dem Siege Glück, den er 
auch zmn Heil des gallischen Landes so eben ersochten: mit seiner Genehmigung 
halten sie eine Versa1nmlnng ab, und kehren dann zu ihm zurück. Sie erbitten eine 
geheime Audienz, der alte Freund der Römer, Divitiaeus der Häduer ergreift in 
ihrem Namen das Wort: er schildert die Gewaltherrschaft des Barbaren, der sieh 
mit den verwegensten Gedanken trage, von dessen Grausamkeit sie für ihre Geiseln 
das Aeußerste fürchteten. Als er geendet, werfen sieh, ihre Hiilflofigkeit bekennend, 
die Gallier unter Thränen dem Proeonsnl zu Füßen, auch einige vornehme Sequaner 
find zugegen, welche den Eindruck der in gallischer Weise wohlgespielteu Seene 
verstärken, indem sie schweigend dabei stehen nnd auch als Cäsar selbst wiederholt sie 
befragt, keine Antwort geben, bis Divitiaens die Erklärung giebt, daß die Seqnaner 
gänzlich in der Gewalt des Ariovist sich befinden, nnd aus Furcht vor seiner Grau: 
samkeit nicht einmal sich zu beklagen wagte11. Aus diesem Jnterventionsgesuch, 
das in jener Versannnl11ng der Häuptlinge beschlossen worden war, und aus dem 
nominellen Freundschafts: und Bundesverhältnif3 der Häduer zu dem römischen 
Volk, welches der Senat durch die Titnlatnr ,,Briider und BlutsverwandteH aner: 
kannt hatte, entnahm der rön1ische Statthalter sein Recht, gegen die überaus ge: 
fährliche und bedrohliche Stellung Ariovists vorzngehen. Er schickte an den get: 
1nanischen Kriegsfiirsten eine Gesandtfchaft, welche diesen zu einer persönlichen 
11nterrednng mit Cäsar einluden sollte. Der Suebe antwortete ablehnend er ver: 
hehlte sein Befremden nicht, was Cäsar sich mit ,,seinem Gallientt, das ier nach 
Kriegsrecht besitze, zu schaffen mache. Darauf stellte Cäsar bestimmte Forderungen: 
keine neuen Einwanderungen von Gewinnen in das linksrhcinische Land, Rück: 
gabe der Gciseln an die Häduer, und das förmliche Versprechen, sich jedes Angriffs 
auf die letzteren zu enthalten. Ariovist antwortete in drohendem Tone, die Hädner 
möchten ihren vertragsmäs3igen Pflichten nachkommen, dann brauchten sie von seiner 
Seite nichts zu fürchten: im andern Falle würde ihnen der Titel ,,Brüder des 
römischen VolkesU wenig helfen; mit ihm aber hätte noch niemand Krieg geführt, 
außer zu eigenem Verderben. Zu gleicher Zeit wie diese Antwort lief in Cäsars 
Hauptquartier eine Klage von den Häduern ein, das; der letzte Gerinanen: 
schwarm,. den Ariovist ins Land gezogen, die Haruden, plüudernd in ihr Land 
gefallen seien und eine noch bedenklichere Nachricht kam von dem befreundeten 
Eeltenstanin1e der Trevirer an der Mosel, daß die ,,Hundert Gauen der Streben  
der gesan1mte Heerl1ann dieses Gcrrnanenvolks also  in unmittelbare Nähe des 
Rheins gerückt sei, bereit diesen Fluß zu überschreiten. Die Suchen hatten nämlich 
die eigenthiimliche Einrichtung, daß aus jedem ihrer Kantone jährlich 10u0 Mann 
zum Kriegsdienst einberufen wurden; diese lagen zu Feld und wurden im nächsten 
Jahre von ebensovielen andern, die mittlerweile dem Ackerbau und ihrem Geschäft 
obgelegen hatten, abgelöst. 
Starke, Deutsche Geschichte. 2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.