Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-129229
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fäThfischen 
dein 
Kaiser aus 
Hc1Use, 
Leicht gewann sich Heinrich die Herzen der Sachsen, die ebenso wie Mathilde, 
welche ihre.Liebe besonders diesem Sohn zugewandt, des Vaters Ebenbild in ihm 
sahen, während Otto 1nehr gefürchtet als geliebt war.  
Otto, damals in einem Alter von vierundzwanzig Jahren, war von hoher 
Gestalt und kräftigem Kö,rperl1au; auf seinem Antlitz thronte. töuigliche Majestiit; 
der Blick seiner großen Augen hatte oft etwas Abschreckendes, und seine Nähe 
erweckte mehr Bangigkeit und Furcht als Vertraulichkeit und Hingabe. Sein 
Haupthaar war blond gelockt, sein Bart lang, seine Bewegungen rasch und heftig. 
J1u U1ngang war er heiter und freundlich. Man konnte an ihm erkennen, das; 
er den Glanz  noch weit höher zu heben gesonnen war, als sein 
Vater gethan hatte, das; er das Ansehen des Reichsoberhauptes über das der 
Herzöge stellen werde, die es vergessen sollten, das; er einst ihres Gleichen ge: 
wesen war. Die Zuneigung der Sachsen besaß er nicht in dem Grade, wie 
Heinrich. 
Dennoch blieb man dem Versprechen, das man Heinrich 1. gegeben, treu 
und wählte Otto. Aber diese Wahl erschien nicht n1ehr aui:sreichend. Otto 
wollte nicht blos von Franken und Sachsen, sondern vom ganzen Reiche an: 
erkannt werden, und bestimmte die Pfalz zu Aachen zur allgemeine11 Wahl. 
gar; Daher versannnelten sieh an1 8. August 936 sdie Herzöge, Grafen und Vasallen 
in der Säulenhalle, welche die Kaiserpfalz mit dem Münster verband, erhoben 
Otto auf einen hier anfgeschlagenen Thron und leisteten ihm durch Handschlag 
das Gelöbnis; der Treue, und zwar huldigten sie ihm als König der Franken, 
denn diesen Titel behielten die deutschen Könige auch noch weiterhin. Dann führten 
sie ihn aus dem Saale der Pfalz in die Marienkirche, wo die Geistlichkeit und 
alles Volk wartete, bis der neue König erschien. Als er nun in der eng an: 
schlies;enden fränkischen Tracht erschien, kam ihm der Erzbischof von Mainz in 
priesterlichem Schmucke entgegen und führte ihn in die Kirche. lind zum Volke 
gewandt, das sich rings umher drängte, sprach er: ,,Sehet hier, ich stelle euch 
vor den von Gott erkorenen, einst von unserem Herrn Heinrich vorgeschlagenen, 
jeht.von allen Fürsten erwählten König Otto. Gefiillt euch diese Wahl, so er: 
hebet zum Wahrzeichen die Hand zum Hi1nmelIH Da jubelte das ganze Volk: 
,,Heil und Segen dem neuen KönigLH n11d hob die Rechte gen Himmel. 
Ueber das Amt der Salbung und Krönung hatte sich anfänglich ein Streit 
zwischen den Erzbischöfen von Trier und Köln entspannen, welche beide auf die 
Ehre Anspruch machten, endlich aber ihre Ansprüche dem Erzbischof,von Mainz 
iiberlief3en. Auf dem Altare lagen die Abzeichen des .Königthums: das Schwert 
mit dem Wehrgehänge, der Mantel mit den Armspangen, der Hirtenstab als 
Zeichen des königlichen Antheils an der Kircheugewalt, die Krone und das 
Scepter. Zuerst überreichte ihm der Erzbischof das Schwert und sprach: ,,Nimms 
hin dieses Schwert, alle Feinde Christi damit zu vertreiben; durch göttliche Voll: 
macht ist es Dir verliehen, das; Du das Reich zur Befestigung des Friedens für 
alle Christen fortan beherrschen sollst.tt Dann bekleidete er ihn mit dem Mantel 
und den Spangen und sprach dabei: ,,Wie der Mantel mit seinen Enden bis
        

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