Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-127782
13J 
III, 
Der. fränkiskkJS 
Stamm. 
Ehlodwig Verband sich mit zwei anderen sräukischen Fürsten, nnd der Ungestüm 
M der Franken trug in der Schlacht bei Soissons C486J über die gednugenen Heer: 
hausen des Syagrius den Sieg davon. Der, Geschlagene floh zum König der 
Westgothen, der jedoch auf die Drohung Chlodwigs den Flüchtling seinem Tod: 
feinde auslieserte. Der Franke ließ den edlen Römer durch Henkershand sterben. 
An der Rhone nnd Saone, in Hclvetien 1md Savoieu lag, wie bereits, be: 
merkt, das Reich der Burgunder, das zur Zeit Ehlodwigs unter vier Brüder ge: 
theilt war. Jn dieser Familie herrschte tödtliche Feindschaft und blutige Zwietracht. 
Gundobald, der mächtigste der vier Brüder, erstach seinen Mitkönig Chilperich mit 
eigener Hand, ließ dessen Gemahlin mit einem Felsstiicke am Hals ins Wasser 
senken nudshielt die jüngste Tochter der ermordeten Eltern, Ehlotilde, in.strengem 
498 Gewahrsam. Schlatt begehrte Chlodwig die kühne Chlotilde zur Ehe C493J. Gern 
hätte Gundobald sie ihm verweigert, aber aus Furcht vor dem Fraukenkönig 1vil: 
ligte er ein und gab sie sammt ihres Vaters Schätzen heraus. Voll Freuden 
über ihre Erlösung aus der Haft des Oheims folgte Chlotilde ihren Brautwerbern. 
Aus ihr lastete nach altgermanischer Sitte die Pflicht der Blutrache und schon 
auf ihrer Reise zu Chlodwig bat sie ihre fränkischen Begleiter, sie gleich jetzt 
durch Abbrennen der Burgundischen Höfe an ihrem Oheim, dem Mörder ihres 
Vaters, ihrer Mutter und ihrer Brüder, zu rächen. Es geschah, und mit herz: 
licher Freude, ja mit Dank gegen Gott blickte sie in die weitleuehtende Landschaft. 
Vielleicht wäre es schon damals zum Krieg zwischen Franken nnd Burgundern 
gekommen, wozu Chlotilde ihren Gemahl ebenso unablässig anreizte, als sie ihn 
mahnte, zum Christenthnm überzutreten, wenn der Frankenkönig nicht nähere Ver: 
anlassung zum Kriege gegen die Alemannen gefunden hätte. 
Die Alemanneu, an beiden Seiten des Oberrheins, dehuten sich südlich bis in 
4os die Schweiz, östlich bis zum Lech, nördlich bis zur Lahn aus. Jm Jahr 496 über, 
zogen sie einen König der ripuarischen Franken, Siegbert, der in Köln saß, mit Krieg, 
kund Ehlod1vig zog seinem Vetter zu Hülfe. Nach der gewöhnlichen Annahme beim 
alten Tolbiacum, der heutigen Stadt Ziilpich, zwischen Aachen und Bonn, kam es zur 
Schlacht. Schon waren viele Franken unter den wuchtigen Streichen der Feinde ge: 
fallen, schon neigte sich der Sieg auf die Seite der Alemannen, da rief Chlodwig, 
der bis dahin keinen Gefallen gesunden an der Lehre vom gekreuzigten Heiland, zum 
Gotte seiner Gemahlin, die dem katholischen Glauben zugethan war: ,,Hils mir, 
Jesus Christus, den sie Gottes Sohn nennen, denn meine Götter verlassen mich; 
wenn du mir in dieser Schlacht beistehst, so will ich an dich glaubentH Der,Kampf 
entbrannte von neuem; der Herzog der Alemanneu fiel, sein Volk floh, und Chlod: 
wig zog als Sieger durch die schönen ale1nanuischen Gauen an Mittelrhein und 
Main, die nun fränkisches Eigenthum wurden iFrauconiaJ. 
Bisher hatte Chlotilde vergebens versucht, ihren Gemahl zum Chriftenthum zu belehren. 
Jetzt nach diesem gewonnenen Sieg erinnerte sie und der Bischof Remigius von Rheim6 den 
König an die Erfüllung seines Gelübdes. Klüglich erforschte dieser erst die Gesinnung 
seiner Franken, die in einer Versammlung erklärten, daß sie ihre fterl1lichen Götter verlassen 
und dem unsterblichen Gotte folgen wiFUten, der den Franken so wunderbar den Sieg ver:
        

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