Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-127286
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große Völkerwanderung. 
Die 
Rufinns fiel. Er ward vor den Thoren Constantinopels niedergehancn. Aber 
der einflußreiche Eutropius trat an seine Stelle und an ihn1 bekam Stilieo einen 
noch gefährlicheren Gegner.  
1lnterdessen war Alarich mit seinen Westgothen durch die Ther1nophlen ge: 
drungen, hatte Mittelgriechenland 1md den Peloponnes mit Feuer und Schwert ver: 
wiistet und viele Städte gepliindert. Da landete Stilieo im Peloponnes und drängte 
ihn in die Gebirge 9lrcadiens zurück, nnd. beinahe hätte er den Alarich einige: 
schlossen und vernichtet, als dieser auf einein unbewachten Ans1vege entschliipfte 
sog nnd glücklich nach Epirus gelangte t396J. Hierauf schloß Entropins im Namen 
seines Kaisers Frieden und ernannte den Alarich zum Oberfeldherrn des östlichen 
,JlltJriens, in der hinterlistigen Absicht, ihm von dieser wohlgelegenen Warte aus 
die Richtung nach Italien zu geben und ihn als Werkzeug gegen Stilieo zu ge: 
brauchen. Auch der bald darauf erfolgte Sturz des Eutropius konnte die Gefahr 
von Jtalien nicht mehr abwenden.  . 
40o Schon im Jahre 400 machte Alarich, mit allem .Kriegsbedarf ans den Zeug: 
hänsern Jllhriens versehen. den ersten Versuch, über die julischen Alpen in Italien 
einzubrechen, aber dieser Versuch miszgliickte. Bald traf er Vorbereitungen zu einem 
zweiten Einfall nach Italien, nnd Stilieo war, um dieses Land zu schützen, genöthigt, 
den Rhein nnd Britannien von Legionen zu entblös;en und nach Jtalien zu ziehen, wo 
der Mangel an tüchtigen Kriegern iunner fiihlbarer ward. Während der kränklichc 
.LJouorius, dessen Liebtingsbeschäftignng darin bestand, Geflügel zu füttern, sich zuerst in 
 Asta, dann in die Stadt Ravenna einschloß, welche durch Gräben und Siimpfe vor 
feindlichem 9lngriff geschützt schien, kämpften Alarich und Stilieo am Ostertage des 
4o:.s Jahres 403 C29. MärzJ die blutige Schlacht bei PoIlentia. Die Tapferkeit des römi2 
schen Fus3volks und das Feldherrntalent Stilicos trugen endlich den Sieg davon über 
den wilden .Kriegsmnth der Gothen. 9llarich verlics3 am Abend mit seinen .Kriegern 
das Schlachtfeld, und die reiche in Griechenland znsa1nmengeranbte Beute fiel in 
die .L7ä11de der römischen Veteranen. Die Gemahlin des Gothenkönigs:i mußte die 
Gnade des Siegers anflehen, nnd zahlreiche Gefangene, ans den Fesseln der Bak2 
baten erlöst, verkiindeten in den.Städten Jtalicns den Ruhm ihres Befreiers. 
Doch war die Schlacht nicht völlig entscheidend, und Alarich, auch in Wider: 
wärtigkeiten Umsicht nnd straft bewahrend, brach durch die Pässe des Apennin 
in Etrurien ein. Aber Stilieo wußte unter den Gothen selbst Zwietracht und Ver: 
rath zu erzeugen, nnd die gothischen  vcrriethcn ihm die Pläne 
ihres .xJ7eerkönigs. So gelang es dem Stilieo den Alarich in einer zweiten Schlacht 
unter den Mauern von Verona zu schlagen tHerbst 40T3J, nnd Italien von diesem 
furchtbaren Feinde zu befreien, der sich wieder nach Jllhrien zuriickzog, uIn,anf 
günstigere Gelegenheit zu lauern.  
Kaina hatte Italien die Erholung einige Jahre genossen, als es von einem 
neuen noch furchtbareren Feind heimgesucht wurde. Ein mächtiger Völkerfchwarm 
heidnischer GerInanen, der aus Alanen, Gothen, Vandalen, Burgundern, Sueven 
 ,nnd anderen Stiim1ncn bestand, eiue,Masse von 200,000 streitbaren Männern, 
mit Weibern nnd Kindern, war von der mittleren Donau aus über die rön1ische
        

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