Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-127216
Die Hunnen. 
des 
Auflösung 
Gotheureiches. 
erstaunten Römer 1md ließen, an die Spitze ihrer Gothen sich steIlend, die .5lriegs: 
fahne entfalten und die Schlachthör11er erschallen. Der Statthalter rückte mit 
seinem in Eile anfgebrachten Kriegsvolk den empörten Gothen entgegen, aber ge: 
schlagen floh er vom Schlachtfeld. Das war der Anfang nusiiglicher Drangsale 
für die Bewohner der Proviuzen. Verstärkt durch einen über die unbewachte 
Donau geko1umenen Schwar1n von Ostgothen nnd durch eine beträchtliche Ab: 
theilung ihrer Landsleute in römischen Diensten, von Wirth entfla1umt durch die 
Schilderung der Leiden, welche die aus der Sklaverei befreiten Gotheukinder in 
glühenden Farben ausmalten, ergossen sich nun die Sehaaren der Gothen unter 
Raub, Mord, Brand und allen Griiueln des Kriegs iiber ganz Thracien, und 
schlugen naeh einem vergeblichen Sturm auf Adrianopel in der furchtbaren Schlacht 
an den Weiden unweit des alten Ton1i, des ehe1naligen Verbann1uigsortes des 
.Dichters Ovid, im Jahre 377 ein von Valens gesandtes wichtiges Römerheer. 377 
Erst der sinkende Tag machte dem blutigen Morden ein Ende; viele Tapfere 
deckten auf beiden Seiten die Wahlstatt, aber der Kampf hatte noch keine Gut: 
scheidung gebracht. 
Darauf faßte der römifche Feldherr Richiomer, von barbarischem, vielleicht 
ger1nanischem Ursprung, den Entschlus3, die Westgotheu in dem Landstrich zwischen 
Hämus 1md Donau einznschlieszen 1n1d durch Hunger anfzureiben. Und schon 
hatten sie nur die Wahl zwischen Hunger nnd Ergebnng, als Fridigern mit den 
am nördlichen Donauufer nmherschweifenden Ostgotheu nnd Alanen Verbindungen 
anknüpfte 11nd diese Schwiinne über die Donau herüber an sich zog. Verftärkt 
brachen nun die ausgehungerten Gothen wie wilde Thiere ans ihren Zwingern 
durch die Häiuuspässe nnd überflutheten das Land mit Raub und Verheerung 
bis zum Meere hin. Die Römer hatten bei Adrianopel ein 1vohlverschanztes 
Lagkk bezogen, und Valeni:i, von dem Volke im Eireus zu Constantinopel durch 
lauten Ruf bedrängt, er möge die Barbaren, die er ins Land gelassen, über den 
Gkcz,zskkon1 znrücktreiben, entschlosz sich, selbst an die Spitze des römischen .LJeeres 
zu treten. Anstatt aber den aus dem Westen herbeieilenden Kaiser Gratian, der 
eben die in Gallieu eingefallenen Alemaunen geschlagen nnd zum Frieden genöthigt 
hatte, abzuwarten, lief; sich Valens, um den gehofften Sieg mit seinem jugendlichen 
Neffen nicht theilen zu müssen, noch vor seiner Ankunft in die Elitscheidnngsschlacht 
bei Adrianopel ein Cum 9. Aug. 378J. Fridigern, gleich gewandt im Krieg wie in 3:s 
den Geschäften des Friedens, hatte durch verstellte 1lnterhandlungen den Kaiser 
in seinen Anstalten zur Schlacht lässig machen wollen, doch ohne Erfolg. Valens 
ließ sich nicht täuschen, sondern rückte am Morgen der Schlacht aus dem Lager 
gegen den Feind. Durch einen Fehler war sein rechter Flügel mit der Reiterei 
zu raschiiis Angesicht des Feindes gerückt, so das; der noch zu entfernt stehende 
linke Flügel sich übereilen mns;te, um in die Linie einznriickeu. Aus List knüpfte 
Fridigern wieder Unterhandlungen an, während welcher die Römer den größten 
Theil des Tages in der iirgsten Sonnenhi1,5e ohne Erquickung stehen mnf;ten. So 
waren sie schon völlig ermattet, als die westgothische nnd alauische Reiterei plötzlich 
die Schlacht durch einen Angriff auf die römische Reiterei begann. Diese ergriff
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.