Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-127127
Dass 
Völkerwanderung. 
ZUV 
bis 
Ger1nanien 
alte 
vierzehnjährigen Kampfe sich mit Glück behauptete, so toar doch die Thatsache 
selbst, das; ein solcher Mann so lange Zeit den Ka11ipf fortsetgenn1us3te, ohne das 
Ende hcrbeifiihren zu können, ein sprechender Beweis dafür, wie ernst die Lage 
geworden war. Ein kräftiger Nachfolger würde gleichwohl die Gefahr noch ein: 
1so mal haben beschwören können. Allein als Manns Aurelins im Jahre 180 starb, 
eröffnete fein Sohn Comniodns eines Epoche des Verfalls: sein schlaffer Geist 
striinbte sich gegen die Anstrengnngen des Krieges, und er erkaufte von den Ger: 
n1anen den Frieden, indem er ihnen Wohnsit3e in den agri c1ecumates zugestand, 
nnd zugleich eine nicht geringe Zahl ihrer kriegerisches: Männer in das Heer auf: 
nahm. 
Beides, konnte man sagen, war schon früher 1md zum Nutzen des Reiches 
geschehen. Aber was früher ein gliickliches5 Mittel gewesen war, an einzelnen 
Punkten des im Ganzen noch starken nnd gesunden Reiches befriedigende Zu: 
stände herzustellen, war jetzt eine drohende Gefahr. Eine ben1erkens5werthe Ver: 
iinderung, der; wir im einzelnen nicht zu folgen im Stande sind, vollzog sich 
immer sichtbarer, immer durchgreifender, i1n Jnnern Germaniens. Die kriegerischen 
Znsa1nnienstöße mit den Römern, mehr noch der lange und mannigfaltige friedliche 
Verkehr hatte die Gern1anen und namentlich die allmiihlich deutlicher sich ab: 
hebende Klasse ritterlicher Krieger nnd hervorragender Führer von solchen die 
Kräfte schätzen nnd vergleichen gelehrt; man war sich des tiefen Unterschieds get: 
1nanischer 1md ron1anischer Nationalität bewußt geworden, nnd  ist bemerkeus: 
werth, das; rö1nischer Eultus3 nnd Götterdienst so viel wir sehen gar keinen Eindruck 
bei den Völkern jenseits der beiden Ströme machte nnd keinen Eingang fand. Man 
gewahrte überall, wo man den einzelnen Germanen mit dem einzelnen Römer 
verglich, bei jenem die größere Kraft nnd Tüchtigkeit, und fand allmählich dass Ge: 
hei1nnisz heraus, das; die Vereinigung, die Organisation dieser Kräfte die Stärke 
nnd siegreiche Gewalt des rö1nischen Reiches erkläre. Diese siegreiche Gewalt aber 
gab bald offenbare Zeichen der Schwäche. Das; die Bevölkerung Jtaliens weder 
nach Zahl noch nach Art mehr die alte war, daß die jetzigen Legionen nur noch 
dem geringeren Theile nach ans wirklichen römischen Bürgern bestanden, dass wußte 
man unter den germanischen Kriegern wohl. Das; tapseren Männern die Welt 
gehöre war hier ein alter Glaubeni5satH, dessen straft nicht schwächer, sondern 
stärker geworden war, und von der Geschichte verstanden diese tapferer: Männer 
wenigstens so viel, das; mehr als ein vom Norden gekonnnenesZ Heer sich den 
Römern schon in alten Zeiten furchtbar gemacht habe. Dazu aber kam, das; der 
Boden Gcrn1aniens5 für die mit jugendlicher Kraft sich vermehrende Bevölkerung 
nicht mehr genügen wollte, und daß die Slavenwelt, auch sie nach allen Seiten 
sich reckend und dehnend, allmiihlich auf diese germanische Welt zu drücken begann. 
Mehr 11nd mehr wurde jener alte Hang, tvelcher die nordischen Völker nach Süden 
und Westen zog,lein bewußter, und unter dem Einfluß dieser liekfcJiCdUIM UT: 
sachen und so mancher anderen, in welche die Ueberlieferung uns keinen Einblick 
gestattet, vollzog sich die große Nenerung, das; die vereinzelten Stiinune, vielleicht 
an alte Jnstitntionen, alte Heiligthün1er, alte Feste  wie.innner die auch m
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.