Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Von der ältesten Zeit bis zu Maximilian I.
Person:
Stacke, Ludwig Christian
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125849
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-127086
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Das 
alte Germanicn 
s1lr 
bis 
Völker1vanderung. 
nehn11n1gen verderblich zu werden pflegen. Dass .Kriegs:sgliick und der stolze Name des. 
gallischen Jinperinms stieg den eeltischen Führern zu Kopfe. Julius Sk1bikku.3 lief; sich 
von seinen 1lmgebungen als Cäsar huldigen 1n1d Elassien45 genoß seines Glanzes, als 
wenn Alles schon gethan wäre. Der erstere aber erlitt nun in einem übereilten 
.Kanipfe gegen die Sequaner eine Niederlage nnd eine Friedenspartei, welche bei der 
Gemeinde der Reuter, alter Freunde des römischen Volkes, mächtig war, bekam hier: 
durch Lust; sie schickten Einladnngen an die Stämme zu einer großen gallischen 
Landes3versaunnlung, auf welcher berathen werden sollte, ob, wie der römische Gei 
schichtschreiber sich ausIdrückt, 1nan den Frieden oder die Freiheit vorziehen wolle. 
Diese Versammlung wurde in1 Gebiete der Ren1er abgehalten; große KriegsIsrede1i 
wurden gehalten; ein gemeinsames3 Handeln aber kam nicht zu Stande nnd ers 
zeigte sich  nnd dies war ein Hauptargument der Friedenspartei  schon ehe 
an Sieg irgend zu denken, hier schon überall die alte 11neinigkeit und Eifersucht 
der einzelnen Theile. 
Mittlerweile aber war die innere Zerriittung des römischen Reichs wieder einem 
festen und anerkannten Regimente gewichen. Der neue Imperator, T. FlaviusIs 
Vespasianus konnte über zuverlässige Trnppen verfügen, die sich nach und 
nach samn1elten, und er schickte einen tüchtigen Führer, Petilius Cerealis, der 
als er in Mainz eintraf, schon allenthalben eine wesentlich veränderte Stimmung 
fand. An der S i e der siriegsEs: oder Freiheit;sspartei standen die Trevirer; ed 
gelang Cerea1is,  Rigodulum ihre Mannschaft zu schlagen. Am folgenden 
Tage zog er in ihre Stadt ein und wenig fehlte, so hätte er Angusta Treviroru1n 
der Wirth der Soldaten opsern und zerstören lassen müssen. Hier stießen auch 
die Legionen, welche ihren römischen Eid durch das Saerilegium jenes gallischen 
Schwurs entweiht hatten, zu ihm; er verzieh ihnen und nahm sie für Vespasia: 
uns in Pflicht: mit den wohlgewiihlten Worten, das; sie diesen Tag als den ersten 
Tag ihres KriegsdiensteI ansehen sollten. Den besiegtcn Trevirern und Lingonen 
selbst predigte er, nicht ohne Erfolg, daß die Römer es gewesen, welche Gallien 
einst vor einer Ueberflnthung durch die Germanen geschiiht hätten, und auch 
fernerhin schützen würden. Ein Schreiben, in welchem Classieus und Civilis3 dem 
römischen Feldherrn selbst die Herrschaft über Gallien anboten, würdigte dieser 
keiner Antwort. 
Jm feindlichen Lager herrschte Verschiedenheit der Meinungen. Cioilis, wel: 
eher der verständigere war, wollte die entscheidende Schlacht verschieben, bis die 
überrheinischen Aufgebote angelangt sein würden, die Gallier nach ihrer Weise, 
Tutor, Classiens, drängten zur Schlacht. Und ohne Verzug schritt man zur Aus; 
fiihrnng: so rasch geschah der Angriff, daß Cerealis5, der die Nacht nicht im Lager 
zugebracht hatte, herbeieilend schon die Moselbriicke in den Händen der Feinde 
fand, da 1Ibier, Lingonen, Bataver, Bructerer, Tenctrer von allen Seiten heran: 
drängten.  gelang, die Brücke wieder zu nehmen: die Anwesenheit des Feld: 
herrn brachte wieder Ordnung und Haltung in die Truppcn: ein geschlossener 
Angriff der eim1ndzwanzigsten Legion entschied den Sieg: an demselben Tage noch 
nahm Cerealis das feindliche Lager. Mittlenveile war auch in Cöln der 1linschlag
        

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