Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forderungen der decorativen Kunst
Person:
Crane, Walter Wittich, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-123317
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-125541
Wie 
und 
Jn seinem natürlichen Urzustand wird der Mensch nie 
früher an Kunst zu denken beginnen, ehe er nicht zuvor 
seine leiblichen Bedürfnisse vollauf befriedigt hat. Jst doch 
alles in allem die Kunst nichts anderes als der spontane 
Ausdruck eines erwachten geistigen Lebens, welches sich in 
Form, Farbe und Linie bethätigt  der Überschuß an 
menschlicher Energie. Erst unter jenem Machwerk, das wir 
als moderne Civilisation bezeichnen, ward es fertig gebraOt, 
diese natürliche Ordnung der Dinge gerade in das Gegenteil 
umzukehren, dergestalt, daß heutigen Tages die Menschheit, 
wenn sie den Versuch wenigstens von Kunstschöpsungen wagt, 
sie dies fast stets gezwungen, und zwar um des lieben täg: 
lichen Brotes halber, thun wird. Für all die Schaden und 
Irrungen, an welchen die moderne Kunst kränkelt, könnte 
man zum größten Teil diese verkehrten Verhältnisse teils 
direkt, teils indirekt verantwortlich machen. All die Un: 
glaublichkeiten nnd Ungeheuerlichkeiten, die heutigen Tages 
unter dem Namen ,,Knnstt7 anstandslos sich breit machen 
dürfen, gehören hierher, mögen wir nun dabei jenen armen 
Teufel im Auge haben, der um einiger lumpigen Pfennige 
willen die schönen Steinfließen unserer Treppen mit Thon 
überschmiert oder mögen wir diese Erscheinung verfolgen 
durch all die Hirnverbranntheiten und Narreteien unseres 
Pashion CZeitgeschmackJ bis hin zu jenem geradezu raffinierten 
13
        

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