Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forderungen der decorativen Kunst
Person:
Crane, Walter Wittich, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-123317
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-124932
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Über den Aufbau U. die Biegsamkeit des dekor. Musters. 
selbst dann wird er noch nicht völlig sicher behaupten können, 
ob sich die Geschichte nicht vielleicht doch noch pikanter 
hätte arrangieren lassen. Die Wahrheit ist die  mag 
es sich nun um noch so verschiedenartige Elemente handeln 
und mögen diese noch so viele, unbedingt zu beachtende Ge: 
sichtspunkte in sich einschließen  beim Musterentwerfen 
kommt es, soll die Komposition auch wirklich gelingen, schließ: 
lich doch einzig und allein aus die erfinderische Fruchtbarkeit 
des entwerfenden Künstlers an, diese wiederum wird aber, 
auf eine schwer erklärliche Art und Weise beeinflußt und 
wohl auch beengt von der Umgebung und den Verhältnissen, 
welche auf jenen einwirken. 
Bei dem beschränkten, mir zu Gebote stehenden Raume 
konnte ich von dem uns hier vorliegenden, ungeheuer viel: 
seitigen Thema natürlich nur eine ganz knappe Skizze 
geben, sollte es mir aber geglückt sein, durch diese das 
Interesse meiner Leser nur einigermaßen geweckt zu haben, so 
daß diese nun auch Lust verspüren, den einmal angeregten Ge: 
danken selbständig weiter zu verfolgen, so sollte mich das 
aufrichtig freuen. .s 
Eine der Hauptschwierigkeiten, die sich heutigen Tages 
dem entwerfenden Künstler in den Weg stellen, beruht in 
der bis zur völligen Ratlosigkeit ausartenden Verlegenheit, 
in die er sich dieser Unmasse von Beispielen aus allen Zeiten 
und Klimaten gegenüber versetzt sieht. Ein stark ausgeprägter 
künstlerischer Geschmack gehört dazu, so ein Chaos derartig 
grundverschiedener ornamentaler Stilarten zu entwirren und 
im Kopfe zu verarbeiten. Die sich hieraus ergebenden 
Konsequenzen liegen auf der Hand und auf Schritt und 
Tritt können wir sie beobachten  unsere ganze gegenwärtige 
Ornamentik stellt weiter nichts als ein tolles Konglomerat 
aller nur denkbaren Stilarten dar, die ohne Verständnis und 
Geschmack auf gut Glück bunt durcheinander gewiirfelt worden 
sind und die deshalb in ihrem Mischmasch verzweifelt an 
einen Trödelladen erinnern. Wollte man die Wörterbücher 
sämtlicher lebenden Sprachen in die Hand nehmen, sich aus
        

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