Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Forderungen der decorativen Kunst
Person:
Crane, Walter Wittich, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-123317
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-123660
Die Forderungen der 
dekorativen Kunst. 
nun einmal in dessen Aufgabe, große Wandslächen auszu: 
füllen, aber hiermit beginnt und endet nicht etwa seine 
Thätigkeit. Ja, selbst dann noch, wenn dies wirklich die 
Quintesfenz der dekorativen Kunst wäre, ist die Sache durch: 
aus nicht so einfach, wie es zunächst wohl scheinen mag. 
Denn stets wird eine Kunst, und mag sie auf einer noch 
so niederen Stufe stehen, immer eine ganze Welt von Ur: 
teil in sich einschließen. Und ob wir Künstler bei unsrem 
Werke nur mit einer Fläche zu rechnen haben oder ob es 
gilt, allen drei Dimensionen gerecht zu werden, stets heißt 
es, unser Gesamtkönnen ins Treffen zu führen. Mit der: 
selben Berechtigung könnte man sich hinsichtlich der Malerei 
mit der Definition: ,,Malerei ist die Übertragung eines 
Körpers auf eine EbeneU begnügen, wie mit jener: ,,Flüch: 
tige Behandlung genügt für die DekorativeU. 
Sich Umgebung und Material möglichst innig anzu: 
schmiegen, das ist das Fundamentalgesetz aller Dekoration. 
Die leitenden Gesichtspunkte, welche diese beiden Faktoren 
geben, beschränken zwar oft das freie künstlerische Empsinden, 
mehr aber noch leiten sie dieses in die richtigen Bahnen. 
Jedenfalls wird nie eine Dekoration als solche, als Schmuck 
nämlich, bezeichnet werden können, falls sie sich von diesen 
Fesseln frei machen will.  
Alles das bildet aber nur das äußere Gerüst, das Ge: 
rippe, und wie wichtig alles das auch sein mag, die wahren 
Triumphe der dekorativen Kunst kommen erst noch. Und 
wirklich, die weite, weite Welt, liegt sie nicht offen vor dem 
Dekorateur, kann er nicht sogar sich, und somit auch seinem 
Publikum eine ganz neue Welt hervorzaubern2 Er braucht 
ja nur zuzugreifen. Und was die Wiedergabe eines Ge: 
dankens anbelangt, so ist unzweifelhaft die dekorative und 
monumeutale Kunst in ihren edleren Formen dank der ihr 
zu Gebote stehenden reichen Hilfsquellen an rein figürlicher, 
wie auch an emblemischer Darstellung, weit ausdruckssähiger, 
als z. B. die reine Malerei. Jm Gegensatz zu letzterer giebt 
es für sie in der That kaum ein Ding, das sie sich nicht
        

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