Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873
Person:
Lessing, Julius Universal Exhibition <1873, Wien>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-120467
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-122567
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der Engländer gewandert wären. Das ganze Unternehmen muß 
als verfehlt gelten.  
Als einziges, einigermaßen nennenswerthes Resultat ist jene 
Ausstellung der Kunsttöpferei im Jahre 1871 zu erwähnen, ledig: 
lich darum, weil England allein bereits im Stande ist, eine an: 
sehnliche Ausstellung dieser Art herzustellen, und Deutschland 
und Frankreich sich bereit finden ließen, die Ausstellung zu be: 
schicken. Nicht unerhebliche Theile derselben kamen dann, auf 
Veranlassung der Frau Kronprinzessm, im Winter desselben Jahres 
in Berlin im Schlosse Monbijou zur Ausstellung. 
Wir haben also in der Zeit von 1867ss1873 drei Welt: 
ansstellungen von Kunsttöpferei gehabt. Da kann man es dann 
selbst von einem Handwerke, das mit solchen Riesenfchritten und 
so siegreich vorfchreitet, wie die moderne Kunsttöpferei, nicht ver: 
langen, daß jede dieser Stufen der Schauplatz neuer großer Re: 
sultate sei. 
Auf keinem Gebiete des modernen Knnstgewerbes ist das 
Bestreben unserer Zeit, die Kunstfertigkeit früherer Perioden 
wieder zu erringen, so vollständig geglückt, als auf diesem. Es 
ist noch nicht zwanzig Jahre her, daß man in Europa von der 
Kunfttöpferei eigentlich gar nichts wußte. Man hatte das Por: 
zellan, machte hieraus Figuren, Vasen und was sonst nöthig war; 
daß aber auch andere gebrannte und glasirte Thonarten für irgend 
etwas anderes brauchbar wären, als für die gemeinen Nutz, 
waren und für Vautheile, davon wußte man nichts. Die glas 
sirten Arbeiten früherer Jahrhunderte, die Majolikas, Fayencen 
waren eine Spezialität der Alterthumsliebhaber. Verbindet man 
doch in vielen Kreisen auch heute noch mit dem Begriff Fahence 
die Vorstellung einer ordinären unechten Waare, indem man als 
gut und echt einzig das Porzellan anerkennt. Aber das Porzellan 
wird erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts in Europa 
hergestellt, vorher konnten wir es nur von China und Japan
        

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