Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Kunstgeschichte
Person:
Knackfuß, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-113929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-119820
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Jahrhundert. 
In wahrhaft patriarchalischer Eintracht lebten die Düsseldorfer Maler unter 
Schadow zusammen. Aber im Beginn der vierziger Jahre störten konfessionelle 
Streitigkeiten den Frieden, und die Einheit der ,,SchuleU wurde zersplittert. 
Schadow, der 1843 in den Adelstand erhoben wurde, legte 1859, fast erblindet, 
seine von so vielen und großen Erfolgen gekrönte Thätigkeit als Akademiedirektor 
nieder. Er starb am 19. März 1862. 
Zu den Erfolgen der Düsseldorfer Schule gehört nicht als geringster der, 
daß ihre Werke zuerst wieder in breiteren Schichten des Volkes ein lebendiges 
Jnteresse für die Leistungen der Kunst wachriefen. Um dieses Jnteresse weiter 
zu heben, wurden allerorten Kunstvereine gegründet, Vereinigungen von Kunst: 
freunden, welche sich die Aufgabe stellten, durch beständige oder regelmäßig wieder: 
kehrende Ansstellungen dem Publikum reichliche Gelegenheit zu geben, neue Kunst: 
Werke in größerer Zahl zu sehen, durch Veranstaltung von Verlosungen auch 
weniger Bemittelten die Möglichkeit zu verschaffen, in den Besih von Kunst: 
werken zu kommen, und so zugleich den Künstlern reichlichere Gelegenheit zum 
Verkauf ihrer Werke zu geben. Der erste derartige Verein entstand schon 1823 
in München; zu seinen Stiftern gehörten der Bildnismaler Karl Stieler, der 
Architekturmaler Dominicus Quaglio, die Schlachtenmaler Albrecht Adam und 
Peter Heß, der Lithograph und Anfertiger von Kupferstich:Jllustrationen Mettenleiter, 
der Architekt Gärtner und viele andre. Im Jahre 1828 entstanden nach dem 
Vorbild des Münchener Kunstvereins zu Berlin, Dresden, Leipzig, Breslau und 
Halberstadt gleichartige Vereine, denen später noch viele folgten. Die bedeutendste 
Wirksamkeit von allen aber entfaltete der 1829 zu Düsseldorf gegründete ,,Kunst: 
Verein für Rheinland und WestfalenU, der seine Thätigkeit sogar der Förderung 
der Monumentaln1alerei mit Erfolg zuwendete. Mögen sich auch bei den Kunst: 
vereinen mancherlei Schattenfeiten herausgestellt haben, die Absicht, die ihnen 
das Dasein gab, war die allerbeste, und unzweifelhaft haben sie namentlich in 
der ersten Zeit ihres Bestehens sehr viel zur Verallgemeinerung des Kunstinteresses 
beigetragen.  
Auch die Kupferstecherkunst wirkte bei der Hebung und Verbreitung des 
Kunstsinnes sehr wesentlich mit. Zwar wurden die Maler, welche mit Stichel 
oder Radiernadel umzugehen wußten, allmählich selten. Aber eine Menge aus: 
gezeichneter Meister waren als Kupferstecher von Beruf thätig, die, auf den 
technischen Errungenschaften des vorigen Jahrhunderts fußend, in äußerst sauberer 
und wirkungsvoller Ausführung sowohl alte Gemälde als auch vorzugsweise die 
neuen und neuesten Erscheinungen auf dem Gebiet der Malerei mit der gewissen: 
haftesten Treue vervielfältigten. Auch hier erwarben sich manche Kunstvereine 
ein großes Verdienst, indem sie hervorragende Gemälde in Kupferstich abbilden 
ließen, um die Abdrücke als ,,NietenblätterH an diejenigen ihrer Mitglieder, 
welche bei den Verlosungen leer ausgingen, zu verteilen. So verdanken 
namentlich dem Knnstverein für Rheinland und Westfalen und dem Kölnischen 
Kunstverein eine Anzahl der vorziiglichsten Kupferstiche unsers Jahrhunderts 
ihr Entstehen. Neben dem Kupferstich kam der in England erfundene Stahlstich
        

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