Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Kunstgeschichte
Person:
Knackfuß, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-113929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-118517
und 
Schinke1 
RauEhs 
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römischen Feldherrenkleidung dargestellt werden, das  J 
ganze Denkmal aber nach den bekannten römischen i H 
Vorbildern die Gestalt einer reliefumwundenen   
Säule erhalten sollte. Schließlich genehmigte   
Friedrich Wilhelm I1I. das Reiterstandbild Ranchs  ge    
mit der Abänderung, daß das Fußgestell mit     z; 
allegorischen Darstellnugen anstatt der realistischeu   ,   
Feldherrengruppen umgeben würde. Erst Friedrich    z 
Wilhelm IV., der in Rauch einen seiner Lehrer ask  
auf dem von ihm so sehr geliebten Feld der Künste  
verehrte, kam auf den ursprünglichen Gedanken   
des Meisters zurück. Kurz vor dem Tod Friedrich , ;  K 
Wilhelms lII., am hundertjährigen Gedenktage der III. r;  
Thronbesteigung Friedrichs des Großen C31. Mai Z i  
1840J, wurde der Grundstein des Denkmals ge: is j.t,ss2jsts.fsi 
legt. Langsam wuchs das gewaltige Werk empor,   M 
bis es am 31. Mai des Jahres 1851 enthüllt  FtifpstkIisT:ls1t 
wurde, unter dem Jnbel einer unzählbaren Menschen: is  H;  U 
Menge und zum Stolz des ganzen Vaterlandes. U,tI;.lss Esi,;. 
Auf einem Granitsorkel erhebt sich das eherne  . 
Fußgestell des Reiterbildes in drei Absätzen. Der   
unterste Absah enthält Jnschrifttafeln mit den Namen It .ssss1isssWiiIstHslilstsji tMiIsW 
der Helden, die zu bildlicher Darstellung keinen Platz ..:Uisstjitsil sili7sssIis,iHist MIHHmH 
gesunden haben. Auf seinen vierEcken erscheinen lebens:    
groß die Reiterstandbilder von Zieten und Seydt1tz, Abbs8O0s KWII5TVEVfEUkEVIkkVVkA 
Prinz Heinrich von Preußen und Herzog Ferdinand Von RWhs 
von Bra1msihiveig; zwischen ihnen stehen an drei In der WalhA11s l12iRegsI1Sb1Isas 
Seiten die übrigen hervorragendsten Kampfgenossen   
des Königs, an der vierten Seite die ersten Geisteshelden seiner Zeit; diese Gruppen 
freistehender Figuren werden ergänzt durch die hinter ihnen sichtbaren Reliesfigure1i an 
den Flächen der mittleren, höchsten Abteilung des FnßgestelIs.. Der dritte Absatz endlich 
ist an den Ecken mit den siu11bildlichen Gestalten der vier Herrschertugeuden Gerechtigkeit, 
Weisheit, Mäßigung und Stärke geschmückt, und zeigt an seinen Flächen Reliefbilder in 
kleineren Figuren, welche mit Zuhülfenahnie sinnbildlirher Vorstellungen das Leben des 
großen Königs erzählen. So reich und prächtig das alles ist, es dient nur zur glänzenden 
Hervorhebnng der alles beherrschendeu, zweimal lebensgroßen Hauptfigur. Da reitet der 
alte Frih, wie er leibte und lebte, mit dem Krückstock in der.Hand, den dreispihigen 
Hut auf dem Kopfe  glücklicherweise hat Rauch hier an seinem Grundsatz, den Kopf 
unbedeckt zu lassen, nicht fest gehalten ss; aber über seine Schultern wallt der Herrscher: 
mantel, dcr den Uinrissen eine mouun1entale Fülle verleiht und dem Mann in der 
schlichten Uniforni als den Träger königlicher Würde kennzeichnet iAbb 802I. 
Das; das stolz einherschreitende Roß des Königs nicht das bekannte Gepräge der 
ramsnasigeu Soldateupferde aus der Friedrichszeit trägt, sondern als ein Pferd n1oder1ier 
Zitchtung erscheint, ist ein  freiwillig oder unfreiwillig geniachtes  Zugeständnis an 
den Zeitgeschmack, über das wir gern hinwegsehe1i mögen. Jedenfalls hat Rauch, der 
überhaupt ein großer Meister in Tierdarstelluugen war, in den sännlicheu Pferden des 
Denkmals prächtig naturwahre und lebensvoIle Geschöpfe gebildet; sie sind völlig frei Voll 
der sonst für Pferdedarstelliuigeu aus der ersten Hälfte unsers Jahrhunderts bezeichnenden 
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