Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Kunstgeschichte
Person:
Knackfuß, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-113929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-116721
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späteren 
Die 
Kunst. 
neuzeitlichen 
Stilwandlungen 
X.  als Träger der Glockentürmchen zu den 
,  Seiten der gleichfalls antik gestalteten Säulen: 
,  vorhalle.erheben. .Zu dem flachen Tempel: 
         
  ; H ;   Giebel der Seitenschiffe in einem durch seine 
. H    Schroffheit wirkungsvollen Gegensatz, die 
  . ebenso überbarock sind wie die dacherkerartigen 
  Einsassungen der eiförmigen Fenster in der 
   Kupper. Sehr bezeichnend für den Bakockstir 
   ist die Ausschmückung des Kuppelturms mit 
  If    di Säulenpaaren, welche auf hervortretenden 
 sE7Is;Xfs4  Sockelstücken stehen und nicht etwa zum 
K, Tragens des Dachgesimses dienen, sondern 
 F  E  ihre eignen Gebälkstiicken gleichsam aus diesem 
ki;H;A; , herausziehen. Auch das ist echt baro.ck, das; 
   neben der Vorhalle die Wand jederseits mit 
  einer Krümmung in die Seitenschissfas,saden 
  zurückweicht CAbb. 631J. 
   N   All Johann Bernhard Fischer wurde 1656 zu 
AbbsS37. MOdUssI1hAUpI VO1I SOhkütsVs Graz als der Sohn eines Bildhauers geboren. 
Im Hof des königl. Zenghanses zu Berlin.  kUtgued1JieLk:J:t1 B1eIr;l2läe1; 
1c C IN U  ; 
unter dem ihn der Kaiser in Anerkennung seiner küT1stlerischen Verdienste in den Adel: 
stand erhob, ist, wie jüngste Forschungen festgestellt haben, von dem Künstler angenommen 
worden, um das Andenken seiner Mutter zu ehren, die in erster Ehe mit einem Bild: 
hauer Erlacher vermählt war. Die Karlskirche vollendet zu sehen, war dem durch einen 
hohen Sinn für Großartigkeit ausgezeichneten Meister nicht vergönnt; er starb schon im 
siebenten Jahre nach der Grundsteinlegung, am 5. April 1723. 
Demselben Meister verdankt Wien einige der prunkvolI barocken Zierwerke, 
welche seine öffentlichen Plätze schmücken. Das barockste dieser Werke, die Drei: 
faltigkeitssäule am Graben, welche Leopold I. im Jahre 1679 zum Andenken 
an das Aufhören der Pest errichten ließ, führte Fischer von Erlach nach dem 
Entwurf eines Jtalieners aus; hier hat der sonderbare Geschmack der Zeit sein 
Außerstes geleistet: die ganze Säule erhebt sich über einem reliefgeschmückten 
Untersah als eine Masse von übereinander getiirmten Wolkenballen, aus denen 
die Personen der Gottheit und Gruppen kühn schwebender Engel hervorsteigen. 
Ansprechender ist der nach Fischers eignem Entwurf ausgeführte Brunnen aus 
Marmor und Erz am Hohen Markt, den Kaiser Karl V1. im Jahre 1732 er: 
richten ließ, und der unter einem hohen Säulenbaldachin, an dem vier Engel 
Wache halten, die Vermählung von Maria und Joseph zeigt. Die Figuren 
sind in unserm Jahrhundert erneuert und dabei nicht unwefentlich modernisiert 
worden. Aber der ganze Aufbau mit den mächtig heraustretenden Vorsprüngen 
am Unterbau, die in eigentümlich gezogenen und durch das Gewicht darauf: 
stehender bauchiger Vasen gleichsam zusa1nmengedriickten Schneckenlinien empor:
        

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