Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Kunstgeschichte
Person:
Knackfuß, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-107379
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-112842
500 
Renaisfance. 
Die 
I:  Vater dargestellt; in lebhafter Bewegung schreitet 
X;,N  Herzog Ernst, angethan mit weitfaltigeni Feier: 
 kleide, dem Sohn entgegen und bietet ihm beide 
  ; Hände dar; dieser steht breitbei1iig im vollen Harnisch 
W  its  da, die linke Faust am Schwert; scharf blickt er 
All    seinem Vater in die Augen und scheint nur zögernd 
,f,ls  seine Rechte in die Hand des Mannes legen zu 
t,l;Jj.  wollen, der ihm die Gattin getötet und dadurch die 
;7,E.JJk lange. Fehde heraufbefchworen hat. Während wir 
   bei dieser Darstellung vor allem die treffende Cha: 
it;  rakteristik des jungen und des alten Herzogs und 
 X. LFXig s:J:S die feine Schilderung der feelischen Vorgänge be: 
J x X.  .  wundern, zeigt sich uns die Gestalt des Kaisers 
 W XI,  mit dem edlen ausdrncksvollen Kopfe als ein auch 
Je KXQTxX T  in der Form durchaus vollendetes Meisterwerks 
J eins II  N      D 
 ,H3.Iz:, XX auch der weite Königsmantel, in dem die stofflichen 
H  S Eigentümlichkeiten eines schweren Atlasgewebes un: 
 übertrefflich wiedergegeben find, zeigt keine Spur 
von spätgotischem Schwulst, er ist vielmehr mit 
vollkommener Natürlichkeit und mit tadellosem Geschmack angeordnet CAbb. 325 
und 326;.  
Auf einer ähnlichen Höhe steht das Grabmal des Grafen Ulrich von Ebers: 
berg und feiner Gemahlin in der Kirche zu Ebersberg. Dieses aus einem ein: 
zigen Blocke roten Marmors gemeißelte Hochgrab zeigt das gräfliche Ehepaar, 
wie es knieend die von ihm gestiftete Kirche der Jungfrau Maria weiht, und ist 
ringsum mit Figuren von Engeln, Heiligen und irdischen Personen, die zu der 
Stiftung in Beziehung stehen, mit Wappen, Schriftbändern und Verzierungen 
geschmückt. Das Werk überliefert uns auch den Namen des Meisters Wolfgang 
Leeb aus München, der dasselbe im Jahre 1496 vollendete. 
Einen der ausgezeichnetsten Bildhauer dieser Zeit beschäftigte Kaiser Fried: 
rich I1I.: Meister Niklas Lerch. Dieser war in Holland geboren und wurde nach 
seiner Vaterstadt auch wohl Nikolaus von Leyden genannt; aber seine nachweis: 
bare Thätigkeit gehört ausschließlich Süddeutschland an. Seit 1464 arbeitete er 
in Straßburg, in Baden und in Konstanz. Der Ruhm seiner Kunstfertigkeit 
war weit verbreitet, man glaubte in Deutschland kaum seinesgleichen suchen zu 
dürfen. Darum ward er vom Kaiser berufen, den Grabstein für die im Jahre 
1467 verstorbene Kaiserin Eleonore anzufertigen. Als dieses in der Dreifaltig: 
keitskirche L,,NeuklosterkircheUJ zu Wiener:Neustadt aufgestellte Denkmal vollendet 
war, nahm Meister Niklas eine viel großartigere Arbeit in Angriff, die ihm der 
Kaiser übertragen hatte: dessen eignes Grabmal in der Stephanskirche zu Wien. 
Dieses gewaltige Werk aus rotem und weißem Marmor zeigt die Gestalt 
Friedrichs III. in vollem Kaiserstaat, ausgestreckt auf einem Sarkophag, der mit 
zweiunddreißig Wappen und mit acht figurenreichen Darstellungen in hocherhabener
        

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