Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Kunstgeschichte
Person:
Knackfuß, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-107379
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-109147
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Der 
romanische 
Stil. 
durch Fehden zu Grunde; doch sind von einzelnen stattlichen Palästen noch mehr 
oder weniger ansehnliche Uberbleibscl vorhanden, von Poesie nmslossene Denk: 
mäler der Zeit des Minnedienstes und der Abenteuer. Einst müssen solche 
schmuckreiche Burgen sehr zahlreich gewesen sein in deutschen Landen. Denn 
nicht nur die mächtigen Fürsten des Reiches, wie Heinrich der Löwe, von dessen 
Burg Dankwarderode zu Braunschweig Reste erhalten sind, und wie Hermann 
von Thüringen, der unter dem gastlichen Dache seiner, Wartburg  des best: 
erhaltenen aller romanischen Herrensitze  die ersten Dichter seiner Zeit, einen 
Walther von der Vogelweide und einen Wolfram von Eschenbach eine viel: 
gepriesene Heimstätte finden ließ, sondern auch kleinere Herren huldigten beim 
Bau ihrer Festen dem edelsten kiinstlerischen Geschmack, wie dies namentlich die 
Ruine des Schlosses Miinzenberg in der Wetterau mit ihren prächtig ausgezierten 
Fenstergruppen und den reizvollen Schmucksäulchen der steinernen Feuerstatt beweist. 
Vor allen war es das kunst: und prachtliebende Geschlecht der Hohenstaufen 
selbst, welches an der Errichtung großartig angelegter und glänzend geschmückter 
Pfalzen Gefallen fand. Von den Schloßbauten Friedrichs des Rotbarts können 
wir die Burg zu Gelnhansen wenigstens in ihren Ruinen noch bewundern, 
während von den nicht minder berühmten Pfalzen zu Hagenau nnd Kaiserswerth 
ältere Abbildungen eine wenn auch unvollkon1n1ene so doch annähernde Vor: 
stellung gewähren. Es waren Anlagen wie die im Nibelungenlied geschilderte: 
,,Man sah Palas und Türme, Gemächer ohne Zahl 
Jn einer weiten Feste und einen herrlichen Saal. 
Den hatt7 er bauen lassen lang, hoch nnd weit, 
Weil ihn so viel der Recken heimsuchteu jederzeit.U  
ein 
der 
Die schon von Konrad III. gegründete Pfalz zu Hagenau ,,am großen ForsteU war 
Lieblingsaufenthalt Kaiser Friedrichs l. Dieser vollendete den Bau der Burg mit 
Errichtung der weit und breit berühmten Schloßkapel1e, welche sich in der Mitte des 
Abb. 
Alte 
Zeicl;mmg von der 
HOhenstaufcnpfalz zu Hagcucku,
        

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