Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-105931
Marsch des 
Der 
Hvdarneg. 
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dieses Kampfes konnte man sich noch ein paar Tage behaupten; 
aber die Entscheidung war näher als Leonidas ahnte. 
Während des Gefechtes nach Mittag hatte sich ein Malier, 
Ephialtes, bei dem Könige melden lassen, und sich erboten einens 
Fußpfad zu zeigen und zu führen, auf welchem die Perser den 
Hellenen in den Rücken kommen könnten. Er hoffte auf eine große 
Belohnung. Der König nahm das Erbieten gern an. Hhdarnes, 
welcher an diesem Tage nicht gefochten, erhielt Befehl, unter der 
Führung des Ephialtes den Kallidromos zu übersteigen. Sobald 
es vollständig dunkel geworden war, brach Hhdarnes Von Trachis 
auf. Es war die Absicht, in der Nacht den Ka1nm des Gebirges 
zu erreichen, um dann am nächsten Morgen überraschend den Griei 
chen im Rücken zu erscheinen. Damit die Hellenen sich nicht etwa 
mit ganzer Macht auf den Hhdarues würfen, sollte dann der Paß 
zugleich wieder in der Front angegriffen werden. Da Hhdarnes 
nach des Ephialtes Angabe erst in den späteren Morgenstunden 
am hinteren Ausgang des Passes eintreffen konnte, war festgesetzt 
worden, daß auch der Augriff in der Front erst zwischen zehn und 
zwölf Uhr beginnen sollte. Von der BefeHung des Fußpfades 
hatte Ephialtes keine Kunde. Der Morgen war ruhig und wind: 
still gekommen, als sich der Zug der Perser durch den dichten Ei: 
chenwald der Höhe des Kallidromos näherte. Jn sträflicher Sorgg 
losigkeit hatten die Phokier keinen Posten ausgestellt. Erst das 
Rauschen der Blätter in der Stille des Morgens, der Widerhall 
der Fußtritte weckte die Phokier. Eilig sprangen sie vom Lager 
und legten die.Rüstungen an. Auch Hhdarnes war überrascht, so 
unerwartet auf Feinde zu treffen. Als ihm Ephialtes sagte, daß 
es keine Spartaner seien, deren Waffen er zwei Tage zuvor ken: 
neu gelernt hatte, entwickelte er seine Division mit größerem Ver: 
trauen aus der langen Marschlinie zum Gefecht. Am Rande des 
Eichenwaldes auseinaudergezogen, begannen die Perser ein wirk: 
sames Schießen auf die Phokier, welche oben auf dem Felsenkami 
me standen. Die Phokier fügten ihrer Nachlässigkeit die Feigheit 
hinzu, indem sie, von den Pfeilen der Perser überschüttet, westi 
wärts auf den nächsten Gipfel des Oeta wichen. Sie gaben den 
Pfad frei. Hhdarnes war zufrieden, den Weg so leichten Kaufs 
geöffnet zu sehen; ohne sich mit ihrer Verfolgung aufzuhalten, 
eilte er bergabwärts.    
Bald nach Tagesanbruch stürzten die Schildwachen des Leoi 
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