Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-105486
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Die Brücken 
über 
den Hellespont. 
versehen wurde. Jede. Brücke hatte unterhalb des Tauwerkes 
für die den Hellespont passirenden Schiffe drei Dnrchlässe. Bei 
reits war der König im Begriff, mit dem Heere von Sardes aufs 
zubrecheu, als ein heftiger Sturm beide Brücken auseinauderriß. 
Es war ein übler Unfall gleich im Beginn; er bedrohte das 
Unternehmen mit einer bedenklichen Verzögerung. Die ganze 
Wucht des königlichen Zornes fiel auf die Baumeister; warum 
hatten sie, denen eine so lange Zeit zu Gebote gestanden, die 
Briicken,nicht fester gefügtP Xcrxes ließ sie enthaupten nnd die 
Wiederherstellung anderen Baumeistern übertragen. Sogar der 
Hellespont hatte, wie Herodot erzählt, den Grimm des Königs zu 
erfahren. Man trieb bei den Persern die bösen Geister durch 
Geißelhiebe aus; um dem Meere, dem Geiste des Meeres seine 
iiblen Gelüste auszutreiben, soll der König dem Hellespont drei: 
hundert Geißelhiebe ertheilen und zwei Ketten in denselben haben 
versenken lassen II. Man hatte Arme und Schiffe und, Dank der 
großen Umsicht, mit welcher die Vorbereitungen geleitet worden 
waren, auch Vorrath von großen Taueu genug, um die Brücken 
schnell wiederherzustellen. Sie wurden an derselben Stelle in der; 
selben Konstruktion wieder erneuert, nur daß das Tauwerk bedeu: 
tend verstärkt wurde. Für die beiden neuen Brücken wurden je 
zwei Flachstaue und vier Byblostaue, so stark sie waren, zu ei: 
nem großen Strang zusammengewunden. Diese mächtigen über 
die Schiffe gespannten Stränge ersorderten dann auch wieder stär: 
kere Besestigungen an den Ufern. 
Es war Mitte April des Jahres 480, als der König von Sarg 
des ausbrach II, nachdem er einige Tage zuvor denHellenen die Kriegs: 
Erklärung zugesendet hatte. Seine Herolde sollten. Wasser nnd Erde 
von allen Kantonen des Festlandes fordern, auch von denen, welche 
diese Zeichen der Unterwerfung bereits dem Dareios gegeben. 
 U Auch Aeschylos scheint in den Pcrsern is. 745ss 749 diese Geschichte vor 
Augen zu haben. In den Worten, die Herodot die Magier gegen den Hellespont 
sprechen läßt: ,,er sei ein bitteres Wasser, ein trugvoller und salzigek Strom, 
dem niemand Opfer bcinge,0 iß allerdings itanische Anschauung, welche dein be: 
fruchtenden sü1zen.Wasser gegenüber das bittete Wasser des Meeres verachtete; 
sie beweisen, das; Herodot diese Erzählung nicht erfunden hat.  22 Die 
STbks1Thk V1M St1kAI11ks geskhC1h am 20. September. .Naehdem Xerxes dann noch 
einige Tage in Attika verweilt hat, ist er nach 45 Tagen tHerod. S, 120.j also 
Mitte November in At1en. Nach Kornelius Nepos CThem. E. 5.,s dauerte seine 
Abwesenheit 7 Monate, eine Angabe, die mit den einzelnen Daten bei Herodot 
tnamentlich d, 51.J stimmt; es muß mithin der Aufbruch ,von Sardes Mitte 
April stattgefunden haben.
        

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