Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-104725
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Themistokles. 
war. etwa funfzehn Jahre später geboren als Aristeides Cgegen 525 II. 
Er gehörte einer alten aber nicht sehr hervorragenden Familie des 
Abels, den Ly.komiden an, welchen gewisse heilige Verrichtungen an 
den Festen der De1neter erblich oblagen J. Ihr Grundbesitz stellte 
die Familie des Neokles in die erste Klasse, obwol das Vermögen 
nicht bedeutend war. Themistokles soll ein wilder und unbändiger 
Knabe gewesen sein; so daß er selbst im Hinblick auf seine Jugend 
nachmals äußerte: ,,aus den wildesten Füllen würden die besten 
Pferde.E Einer seiner Lehrer soll von ihm gesagt haben:  es werde 
nichts Kleines aus ihm werden sondern etwas Großes, im Guten 
oder im BösenU O. Wenn Xanthippos und Aristeides bis zu ih: 
ren Mannesjahren unter der Herrschaft der Tyrannen gelebt hat: 
ten, Themistokles fand schon bei seinem Eintritt in das Jünglingss 
alter die Demokratie aufgerichtet und jedem Aufstreben die freieste 
Bahn geöffnet. Das frische Leben, welches sich durch die Adern 
des Staates ergoß, mußte den lebhaften Ehrgeiz stacheln, welcher 
diesen Jüngling erfüllte. Er war ein Halbbürtiger  seine Muts 
ter stammte von Halikarnaß oder aus ThrakieniJ  aber dies 
drückte ihn weniger als es ihn reizte. Solons Verfassung gab den 
Halbbiirtigen gleiche Rechte mit den Vollbiirtigen; nur im Erbi 
rechte waren sie gewissen Beschränkungen unterworfen, nur war den 
Halbbürtigen zu ihren Turnübungen ein besonderes Gymnasium, 
der Kynosarges, angewiesen Hob. S. 248.J. Es wird erzählt, daß 
Themistokles nicht geruht habe, bis er einige vollbürtige Altersgei 
nossen aus den edelsten Familien bewogen hatte, mit ihm im Khs 
uosarges zu turnen, um diesen Unterschied zwischen den jungen 
Männern Athens zu verwischen. Die Künste der Musen vers 
schmähte Themistokles für sich selbst in jüngeren wie in späteren 
Jahren. Aber da das Interesse für die Poesie grade damals in 
Athen in raschem Aufblühen war, da die Edelleute den Dichtern 
ihre Gunst bezeigten Lob. S. 520.J,, fand auch er, der sich überall 
D Themistokles stirbt nicht lange nach seiner Ankunft in At1atolien, welche 
im Jahre 465 erfolgte. Plutarch giebt ihm ein Alter von 65 Jahren; er muß 
danach bald nach 530 geboren sein. Da er bereits 493 zum Arehon gewählt 
wurde ;Dio11ys. Halse. 6, 34.J, da die Hinrichtung des Dolnteischers der Herolde 
des Darelos im Jahre 491 auf seinen Antrag erfolgt sein soll, da er im Jahr 
490, wie aus Plutarch cAristicl. c. 5.J zu folgen scheint, Strateg seines Stank: 
mes, der Leontis, war, kann er gewiß nicht später als 525 geboren worden und 
muß etwa gleichen Alters mit dem Aefchylos gewesen sein.  2J Hut. The. 
mistocl. c. 1. M. H. E. Messer de Famil. atlic. p. 49.  3D Flut. Titeln. 
c. 2.  4J Pl ut. Thetis. c. 25. compar. Aristiri. c. catonc c. 1.
        

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