Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-104252
Die 
des Mutterlanded. 
Bedeutung 
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niens, der Bedrohung Sicilieus, der Schwächung der Städte Uni 
teritaliens, mit dem Erlöschen des Glanzes von Milet, mit dem 
Rnin von Phokaea nnd Samos, mit dem Untergang von Sybaris 
trat das Mutterland wieder in den Vordergrund. Das Leben der 
Hellenen wurde genöthigt zu seinen Ursprüngen zurückzukehren und 
auf der alten Halbinsel neue Kräfte zu suchen. Unter ungünstige: 
ren Bedingungen und kargeren Verhältnissen hatte sich das Muts 
terland viel langsamer, aber dadurch auch mit größerer Stätigkeit zu 
nachhaltigerer Kraft entwickelt. Was hier erworben war, war durch 
Arbeit, Anstrengung und Tüchtigkeit erworben; Mit ihrem knap: 
peren Leben hatte die Halbinsel strengere Sitten, eine praktischere 
Art, einen strasferen Zug und einen thatkräftigeren Sinn bewahrt. 
Während die Jonier und Jtalioten bereits philosophische Systeme 
erfanden, war die ethische und politische Weisheit Solons und Eheii 
lons das Ziel fiir das Mntterland. Gliicklich genug, daß grade 
in diesem Augenblicke Aegina weit genug vorgeschritten war, um 
mit Sparta und Argos die Pflege der bildenden Kunst aus den 
Händen der Jonier übernehmen zu können, daß Athen grade jetzt 
weit genug vorgebildet war, die Anfbewahrung des alten Epos, die 
Pflege der Poesie von den Joniern auf seinen Boden zu verpflans 
zen. Aber das Leben der Hellenen war nicht blos wieder auf die 
Halbinsel znrückgeworfen; es war auf dieser selbst bedroht. An 
den Persern hatten die Hellenen einen unerwarteten Nachbar von 
der gefährlichsten Uebermacht erhalten. Es war ein, eroberndes 
Reich wie es die Welt bis dahin noch nicht gesehen, welches sich 
vom Indus bis an den Hellespont erstreckte, seit sechzig Jahren in 
nnunterbrochenem Fortschreiten. Auf die stattliche Kraft des herrs 
schenden Volkes gestützt, welches die Früchte der Herrschaft mit dem 
großen Könige theilte, verfiigte es durch gute Verbindungen, durch 
treffliche Einrichtungen des Heer1vesens, durch eine zweckmäßig ge: 
ordnete.Verwaltung iiber die gesammten Streitmittel Asiens. Und 
an der Spitze dieser iiberwältigenden Masse von Kräften standen 
Fürsten von Unternehmungslust, von Einsicht und Energie. Bereits 
war das trennende Meer überschritten, bereits war die Festsetzung 
Persiens an der thrakischen Küste erfolgt, nnd schon bevor die 
kleinen Tyrannen Siciliens Hülfe bei den Knrthagern suchten, war 
der Prätendent von Athen in Asien bemüht eine Unternehmung zu 
beschleunigen, welche ohnedies in den nächsten Jahren zur Ausfüh; 
rnng kommen mußte. Konnten die Kräfte der kleinen Halbinsel,
        

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