Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-102756
Reform. 
Wirkungen der 
Die 
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alten Stämme, der Vorrang der Geleonten, des Abels der Ge: 
ncarkung der Stadt Athen selbst, beseitigt. Die gewöhnliche Reis 
henfolge der neuen Stämme sollte folgende sein: Erechtheis, Ae; 
geis, Pandionis, Leontis, Akamantis, Oeneis, Kekropis, Hippo, 
thontis, Aeantis und Antiochis; aber diese Reihenfolge begründete 
kein Raugverhältuis3. Die Stämme standen einander vollkommen 
gleich nnd hatten für ihre Funktionen, für die Prytanie des Raths, 
für den Vortritt bei den Prozessionen 1niteinauder zu losen. Wenn 
bei der ersten Neorganisation der Stämme, bei der Eiufiihrnng 
des zehnjährigen Königthums, die Adelsgeschlechter in den Stämi 
men an Zahl ungefähr gleich gemacht worden waren, so hatte sich 
diese Gleichheit doch im Laufe von dritthalb Jahrhunderten sehr 
wesentlich verwischt  jetzt konnte man die Zahl der Bürger 
in die neuen Stämme möglichst gleich vertheilen; dadurch wurde 
eine gleichgemessene Vertretung derselben im Rathe, die gleichmäßige 
.Herauziehung derselben zum Kriegsdienste erreicht. Die Steige: 
rung der Zahl der Rathsherren nnd Heliasten auf 500 und 5000 
durch diese neue Stammtheilung ließ alljährlich eine größere An: 
zahl von Bürgern an den öffentlichen Funktionen Theil nehmens 
Wenn bisher unter den vier Prytanieen je Vier ordentliche Volksi 
Versammlungen im Jahr abgehalten worden waren, so mußten 
jetzt zehn unter den zehn Prytanieen gehalten werden. Hänfiger 
zur Ausiibung seiner Souveränetät berufen, wurde das Volk les 
bendiger in das Juteresse des Ge1neituoesens hineingezogen, mußte 
es allmählig politisches Urtheil und politische Erfahrung sammeln. 
Die sich krenzende Eintheilung der Naukrarien nnd Stämme war 
beseitigt, es gab nur noch lokale Verwaltungsbezirke. Die Stäm: 
me bestanden nicht mehr aus Phratrien und Geschlechtern, sondern 
aus lokalen Gemeinden. Wenn auch die Korporationen der Phras 
trien zur Fortführung der Geburts:, Ehe: und Sterberegister in 
Bestand und Funktion blieben, so sollten die Biirgerrollen, die 
Hoplitenrollen nun nicht mehr von diesen, sondern von den 
Demarchen der neuen Demen unter Znziehung der in diesen 
Deinen eingeschriebenen Bürger, der Demoten, geführt wer: 
den, und bei der Eintragung in die Geburtsregister und Eherei 
gister sollten nun alle Phratoren über zweifelhafte Fälle durch 
ihre Abstimmung mittelst Stimmsteinen entscheiden; nicht mehr 
wie ehemals der Phratriarch mit den Geschlechtsvorftehern Lob. 
S. 241.J. Die Phratrien waren damit wesentlich zur Stellung
        

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