Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-102121
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Mußt. 
Orchestik und 
ben. Sobald die Knaben gelernt hatten, nach dem Takte der Ki: 
thara und der Blasinstrumente zu schreiten, folgte frühzeitig die 
Unterweisung in den Anfängen des Kriegstanzes, der Pyrrhiche, 
welche Thaletas von Kreta nach Sparta gebracht hatte II. Die 
Pyrriche war die Nachahmung aller Arten des Angriffs mit dem 
Bogen oder dem Wurfspies;, mit Stoß oder Schlag, und ebenso 
die Nachahmung aller Bewegungen, durch welche man den Streichen 
und Würfen des Gegners ausbog oder diese parirte; durch den 
Sprung zur Seite, durch Zurückweichen, durch Niederbücken zur 
Erde oder Emporspringen 2J. Auch in der Rüstung und in Schaas 
ten wurde die Pyrrhiche getauzt, wo dann die Bewegungen des 
Angriffs und der Bertheidigung nach dem Rythmus der Musik in 
ganzen Massen geübt wurden U. Neben diesen kriegerischen Tän: 
zen fehlten aber auch in Sparta die Chorreigen nicht, welche dem 
Kultus dienten, welche mythische Begebenheiten andeuteten und dar; 
stellten, welche die religiöse Empfindung ausdrückten. 
Die geistige Seite der Erziehung war in Sparta ausfchließi 
lich durch die musikalische Bildung vertreten. Die Knaben und 
Jünglinge lernten die Kithara gebrauchen, sie lernten im Chore und 
einzeln zu singen. Aber diese Fertigkeiten waren nur Mittel zur 
Bildung der Gesinnung, nicht selbst für sich Zweck. Die von der 
Eensur der Ephoren geeignet gefundenen Ehoräle in der männlichen 
und gehaltenen dorischen Tonart sollten den sittlichen Kern des 
spartanischen Lebens, Mannhaftigkeit und Disciplin, adligen Stolz, 
Verschmähung feiger und knechtischer Art, den Ernst der Zucht, den 
Ehrgeiz der Anstrengung in die Herzen der Junker einpslanzen. 
Durch die Prosodien Cdie ProzessionsliederJ, die Paeane Cdie Preis; 
liederJ, die Hyporcheme, die Chorlieder, welche die Bewegungen 
eines tanzenden Ehores begleiteten, durch die Marschlieder des Tyri 
taeos und seine Kriegsi und Siegsgesänge, welche den Knaben eins 
geübt wurden, sollten sie zu Frömmigkeit und Gehorsam, zu krieg 
gerischem, todesfreudigem Muthe, zu willigem Ausharren in Ge: 
fuhr und Noth gestimmt werden. Die Bilder des wagendeu und 
duldenden Muthes des Herakles, seiner endlich zu den Göttern ers 
hobenen Heldenkraft, die reisigen Kämpfe der Dioskuren, waren 
.in den Chorälen des Terpander und Alkman gefeiert; diese .Heroen 
standen in der Abstammung ihrer Fürsten und Stämme, in den Altäi 
U 
Athenaeos 
631. 
Oben S. 358. 
2J liess. P. 815. 
3J 1ssg.p. M.
        

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