Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-102080
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Die Knaben. 
Der Anspruch des Staats auf den Sohn eines Edelmannes 
begann mit dessen Geburt selbst. Bei den Hellenen war es der 
Entscheidung des Vaters anheimgestellt, ob das Kind am Leben ers 
halten werden sollte oder nicht. Ju Sparta wollte sich nunmehr 
der Staat überzeugen, ob aus dem neugeborenen Knaben ein gus 
ter Soldat werden könne; davon sollte Leben und Tod des Kin: 
des abhängen. Die Zärtlichkeit des Vaters konnte mit parteiifchem 
Auge sehen. Die Feststellung 1md Wahrung des an die Abstam: 
mung geknüpften Bürger: und Erbrechts lag in Sparta, wie in 
den übrigen Kantonen, den Gefchlechtsverbäuden auch dann noch 
ob, als die Geschlechtsverfassung ihre politische Bedeutung verloren 
hatte. Den Vorstehern der zehn Oben jedes Stammes wurde die 
Untersuchung der körperlichen Tüchtigkeit der in ihrem Stamme ges 
borneu Kinder übertragen. Fanden die Geschlechtsvorsteher das 
Kind schwächlich oder fehlerhaften Körperbanes, so mußte dasselbe 
ausgesetzt werden. Es gab für diesen Zweck einen besonderen Aus: 
selznngsplatz, eine Schlucht am Tahgetos II. Der Staat konnte 
nur gesunde und starke Kinder brauchen, nur diese konnten die 
Mühe der Erziehung lohnen. Bis zum siebenten Jahr sollten die 
Mütter nnd die Wärterinneu  es waren gemiethete Weiber aus 
dem Stande der Perioeken  die Knaben ohne Verzärteluug auf: 
ziehen. Schon im fünften Jahrhundert waren solche lakonische 
Wärterinnen auch außerhalb Sparta7s gesucht; so gut verstanden 
sie sich auf eine gesunde Pflege der Knaben. Eine längere häusi 
liche Erziehung war nicht rathsan1. Die Väter brachten ihren Tag 
außer dem Haufe zu, sie aßen nicht einmal zu Hause und der Staat 
hatte in Sparta die dringendsten Gründe, die Erziehung aller Juni 
ker feinen Zwecken gemäß zu leiten. Die Ueberwachung der Er: 
ziehung durch den Staat schien jedoch den Männern, welche an 
der Spitze der Reform standen, nicht ausreichend, um das System 
der Staatserziehung in vollem U1nfange durchzuführen, um die 
Knaben ganz in die Gewalt des Staates zu bringen. Nachdem 
san. lll, 11, 2. Daß die Aemter durch Wahl vergeben wurden, folgt wol 
aus der allgemeinen Regel bei Aristot. Pol. IV, 7, 5., vgl. .Herod. 6, 67. 
Voll den EPhMI k0NUkSU He Als ständige Aemtet nicht wol besexzt werden, und 
ihre Ernennung den Königen zu übertragen, wäre widerf1nnig gewesen. Die 
Ober5c31ff1cht der Ephoren folgt aus Achan. var. hist. 14, .7. Athenaeos l2. 
p. 5  
O Hut. Lyc. c. 16.
        

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