Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-101606
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Die homerifchen 
Gedichte. 
sem Geschäfte beauftragt hatte  Onomakritos war unter ihnen 
 vorgekommen sein; es sollen absichtliche Einschiebungen zu Gun: 
sten Athens gemacht worden sein. In dem Gesange von der Un: 
terwelt soll Onon1akritos den Vers eingeschoben haben, welcher die 
Hebe als Tochter des Zeus und der Hera bezeichnet Eh, nnd ebenso 
soll in demselben Gesange der Vers, welcher den Odysseus den 
Theseus und Peirithoos in der Unterwelt erblicken läßt, zum Ruhm 
Athens bei dieser Reduktion eingefügt worden sein7J. Auch So: 
lon wurde, wie oben erwähnt ist CS. 279.J, von den Megarern 
beschnldigt, zum Vortheil Athens einige Verse in den Schiffskai 
talog der Jlias eingeschoben zu haben. Jeden Falls verdankten 
die Hellenen den Bemühungen des Peisistratos den Besitz des ges: 
sammten Homer, den ersten gereinigten und festgestellten Text der 
homerischen Gesänge, eine anerkannte Redaktion, welche zunächst 
den Dichtern und Schulen von Athen, dann aber auch bei den 
Recitationen der großen Panathenaeen dem gesammten Volke Ats 
tikas zu Gute kam. Nachdem man sich bis dahin mit größeren 
oder geringeren Bruchstücken hatte begnügen müssen, war es jetzt 
erst möglich, den Eindruck des Gesammtwerkes in sich aufzuneh 
men, und es ist kein Zweifel, daß Sinn und Interesse der Athe: 
ner lebendig genug waren, u1n an den Panathenaeen die Hörer 
von Anfang bis zum Schlusse zu fesseln. Es war die würdigste 
Erhöhung des großen nationalen Festes, es war ein schöner Ruhm 
für Athen, den größten Dichter seines Stannnes in reiner und 
authentischer Form zu besitzen. Die Wirkung der ho1nerischen Ges 
dichte auf die Griechen gelangte durch die Fürsorge der Peisi: 
stratiden in ein Stadium erhöhter Kraft und vermehrter Stä: 
tigkeit. 
Wenn die Peisistratiden an den homerischen Gedichten, welche 
die Thaten ihrer Ahnherren, des Nestor und seiner Söhne ver: 
herrlichten, ein besonderes Jnteresse hatten, so dehnte sich ihre 
Fürsorge doch auch auf den übrigen poetischen Besitz der Hellenen 
aus. Die Sammlung und Reftauration der a1igeblichen Gesänge 
des Mnsaeos hatte freilich ihre specisischen Gründe. Aber Peisis 
stratos ließ auch die Texte anderer namhafter Dichter zusammen: 
bringen. Jnsbesondere geschieht der Handschriften des Hesiod 
U Sohns. 0dYss. H, 
sc. Pansan. Vll, 26. 6. 
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