Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-101495
Mufaeus. 
Gesänge des 
Die 
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in dem religiösen Gemiith der Griechen begründet, Peisistratos war 
in hohem Grade von demselben beherrscht gewesen. War nicht seine 
eigene Herrschaft über Athen durch ein solches Zeichen bereits vor 
seiner Geburt angedeutet wordenP Jn einem sehr bedeutenden Mo: 
meut seines Lebens hatte er sich unbedenklich dunh eine Prophe: 
zeihung bestimmen lassen Lob. S. 317J. Nun waren nnlängst auf 
der anatolischen Küste zu Kh1ue und Erhthrae die Sprüche der Si: 
bhllen, der weissagenden Weiber des Ida, gesammelt worden J. Es 
gab auch in Attika alte Gesänge, welche in dem Geschlechte der 
Lykomiden durch mündliche Ueberlieferung aufbewahrt, beim Kultus 
der De1neter von diesen gesungen wurden H. Sie wurden einem 
angeblichen Sänger der Vorzeit, dem Musaeos, zugeschrieben, und 
da sie mit dem Demeterdienste zusammenhingen, mußte Mnsaeos 
von dem Enmolpos absta1umen, dem Stammvater der Eumolpiden, 
der zuerst an den Festen der Demeter schön gesungen, dessen Nach: 
konnnen den Weihen der Demeter als .Hierophanteu Vorständen. 
Mnscseos sollte nun der Sohn des Sohnes des Eutnolpos, des An: 
tiphe1nos sein, und ein Schüler Cnach anderen ein SohuJ des ältesten 
Sängers, welchen die Griechen überhaupt kannten, des Orpheus II. 
Der Dienst von Elensis hatte sieh eben in diesem Jahrhundert mächi 
tig gehoben, er enthüllte den Geweihten die Geheimnisse der Göts 
ter nnd der Unterwelt; alte Gesänge, welche mit diesem Knlte in 
Verbindung standen, welche von einem uralten eleusinischeu Sänger 
herriihrten, hatten jeden Falls auch ihren geheimen, ihren symboi 
lischen und prophetischeu Sinn, wenn man dieselben nur recht 
zu deuten wußte. Peisistratos beschloß, diese Gesänge, alles was 
sich von alten Gesängen in Attila vorfand, zusanunenstelleu zu las: 
sen. Nicht blos daß man sich dadurch deren Weisungen für den 
Kultus aneignete, man konnte in diesen alten Versen auch hier und 
da einen vorbedeutenden Fingerzeig für seine eigene Regierung sini 
den O. Jeden Falls erhielt man an einem solchen Orakelbuch einen 
politischen Vortheil. Man setzte sich in Besitz eines wichtigen Rei 
giernngsmittels, wenn man Verse von alter Autorität für seine 
Stellung und seine Regiernngs1naßregeln aufführen konnte. Jn 
den letzten Jahren seiner Regierung beanftragte Peisistratos den 
1J Pausanicis X, 9,s l1. X, 12. Bd. 3, S. 190.  2J Bd. Z, S.510. 
  Dich. 4, 25. SUidc1s EsJHioZ.s15c3az Und JUosmaZoCs TZ9TZ93 ad lsY. 
cophr. Alex. V. 1328. sch0l. s0ph. 0eJip. Col, 1049 C1l06j.  O Vgl. Hetvd. 
5, 92. Pausan. X, 9, 11. und unten.   
        

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