Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-101248
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Das Verhalten des PeißftratoS. 
fchlagenen Verbindung mit dem Tyrannen um so eifriger zur Ver: 
tretung der Interessen des Adels, dessen Sympathien die Alkmaeo: 
niden durch diese Heirath verscherzt hatten, zurückkehrten. Hippos 
kleides wurde gleich in dem Jahre, welches der mislungenen Be: 
werbnng folgte C566J zum ersten Archon gewählt; das Haupt des 
Geschlechtes, der Vetter des Hippokleides, der zweite Miltiades 
siegte in Olympia im Jahre 564 mit dem Viergespann und nahm 
um diese Zeit als das ausgesprochene Haupt der Edelleute eine 
fast dynaftische Stellung an der Spitze derselben in Athen ein. 
Neben ihm war Lykurgos, des AristolaTdes Sohn, ein hervorrai 
gender Führer des Adels O. 
Während die Alkmaeoniden und Philaiden um die Tochter des 
Kleisthenes stritten, gedachte das Haus der Peisistratiden, gedachte 
Peisistratos auf andere Weise e1nporzukom1nen. Nicht durch die Ver: 
bindung mit fremden Tyrannen, in Verbindung mit dem Volke von 
Athen selbst strebte er nach der Thrannis. Seine Thaten im me: 
garischen Kriege hatten ihm großen Ruhm eingetragen; seit der 
Einnahme von Nisaea war er der bedeutendste Kriegsmann in 
Athen. Jn seinem Verkehr mit dem Volke zeigte er nichts von 
dem herben und stolzen Betragen der Junker; er war freund: 
lich zu Allen nnd erwies sich den Darbenden hülfreich. Seine 
Güter, seine Baumpflanznngen und Gärten standen zu beliebiger 
Benutzung offen O. Er war ohne Habsucht, nachgiebig, wo er sei: 
neu Vortheil zu vertreten hatte und bemüht, stets als ein bili 
liger und gemäßigter Mann, welcher die Gleichheit liebe, zu er: 
scheinen II. Zu schwach und träge, zu thatlos, sich durch eigene 
Kraft gegen das Uebergewicht des Abels zu behaupten, richtete das 
Volk seine Hoffnungen auf den sPeisistratos. Peifistratos hielt sich 
durch seine Geburt zu der höchsten Stelle im Staate berechtigt, 
durch seine Thaten im Kriege war er der erste Feldherr, durch 
seine Thaten im Frieden war er. nun auch der populärste. 
Mann in Attila geworden. Er trat dem Adel, der Partei der 
großen GrundbefiHer, den. Pediaeern, offen entgegen nnd stand als 
der ausgesprochene und anerkannte Führer des Dencos an der 
Spitze der Volkspartei, deren Kern immer noch die Diakrier, die 
Bauern des inneren Gebirgslandes und der Ostküste, wo die Be: 
sitzungen des Peisiftratos lagen, bildeten II.  
U Hetod. 6, 35.s 2J Ti1e:opomp. fragm.147. ed. Müller.  3j Afjs 
stote1.pol. V, 4, 5. Herod. 1, 59. Flut. Sol. c. 29.  4J Nach der An:
        

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