Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-100600
238 
Leben 
Das 
dir Frauen. 
men die Ehefranen keinen Theil; dafür erschienen sie indes; bei an: 
deren Aufzügen, dafür feierten die Ehefrauen für sich allein die 
Thes1nophorien der Demeter. Anderen Opfern und öffentlichen Fe: 
sten sahen die Frauen zu. Auf der Straße erschienen verheirathete 
Frauen nicht leicht ohne Begleitung eines Dieners oder einer Dies 
nerin. Solon verordnete, daß eine Frau bei Nacht niemals aus 
dem Hause gehen sollte, es sei denn zu Wagen oder mit einem 
Sklaven, der die Fackel Vorträge. Für Ausfahrten der Frauen 
vom Lande in die Stadt, oder von der Stadt auf das Land schrieb 
er vor, daß nicht mehr als drei Kleider mitgenoni1nen werden 
dürften, kein Korb, der länger als eine Elle wäre, nicht mehr an 
Speise und Tranks als einen Obolos an Werth II. Solon wollte 
nicht, daß die Frauen des Adels den Prunk und die Oftentation, 
welche sie bisher getrieben, fortsetzten. Die Pflichten der Frau be: 
standen in der Besorgung aller Geschäfte des inneren Hauswesens, 
in der Aufsicht über die Sklavinnen, in der Besorgung von Keller 
und Küche. Die Sklavinnen mußten unter ihrer Anweisung und 
Aufsicht spinnen nnd weben, was das Haus an Linnen, an wolles 
nen Gewändern, Decken und Teppichen bedurfte. Die Hausfrau 
mußte für das Haus: und Tischgeräth, für die Borräthe des Haus 
fes an Getreide nnd Wein, an Kleidern und Schuhen und was 
der Mann ihr sonst anvertraute, Sorge tragen. Vor allen Dins 
gen sollte sie keusch nnd mäßig sein nnd sich nicht zu viel schmücken 
und putz;en2J. Anders freilich war das Leben der ärmeren Bär: 
gerklasse. Sie mußten schon des Morgens in der Dämmerung an 
die Brunnen und hatten hier oft in dem Lärm und Gedränge der 
Sklaven und Sklavinnen aus den reichen Häusern, welche ihre 
Eimer füllten, einen schweren Stand. Dann gingen sie auf den 
Markt um einzukaufen. Auch Bürgerfranen hielten hier auf einem 
abgesonderten Platze feil loben S. 223J. 
Dem Manne gegenüber war die Frau rechtlich unselbständig, 
Sie stand unter der Bormundschaft des Mannes, wie ein Kind. 
Sie konnte nicht einmal über die Aussteuer, welche sie mitgebracht, 
frei verfügen. Solon bestätigte nur den vorhandenen Gebrauch, 
wenn er verordnete, daß eine Frau keine giiltigen Rechtsgeschäfte 
vornehmen könne über den Werth eines Medimnos Gerste d. h. 
D Flut. Solon 
134 f1ggde. 
21 
0econ0m. 
Xen0pl1. 
vgl. 
oben
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.