Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-100226
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Die 
Versammlung des 
Volks. 
fügte, kein Beschluß des Rathes iiber Krieg und Frieden, kein 
nettes vom Rathe angenonunenes Geseh solle gültig sein ohne die 
Zustimmung des gesammten Volkes, d. h. aller Athener, welche 
von einem attischen Vater stammten, das zwanzigste Jahr über: 
schritten hätten nnd im Vollbesit; der biirgerlichen Rechte wären II. 
Zu diesem Zwecke sollten in jedem Jahre vier Versammlungen des 
Volks gehalten werden, je eine zu Anfang jedes Vierteljahrs, bei 
dem Beginne der Prhtanie jedes Stammes 2J. Dieß schloß nicht 
aus, daß nicht in außerordentlichen Fällen der Rath durch besonsss 
dern Beschluß auch außerordentliche Volksversannnlnngen ansetzte, 
was indes; nicht ohne einige Schwierigkeit war, da die Herolde dann 
die Bauern zu diesen Versammlungen in die Stadt berufen mußis 
ten. Das Volk versammelte sich auf dem Markte; wie vorde1n 
der stimmfähige Adel entschied nun das gesammte Volk zustimi 
mend oder ablehnend über die Beschlüsse des Rathes. Das Ris 
tual der Adelsversa1nmlung ging auf die neue Volksversammlung 
über. Bei Zeichen des Hiunnels, bei Gewittern, Regen, Schnee 
durfte keine Versammlung stattfinden; wenn der Himmel rein war, 
wurde die Versammlung mit einem Opfer eröffnet. Es wurden 
Ferkel dargebracht, um die Stätte zu reinigen. Ein Priester, der 
Peristiarchos, trug die Thiere um den Platz nnd besprengte ihn, 
nachdem sie geopfert waren, mit ihrem Blute O. Dann folgte ein 
Rauchopfer, der Herold trat auf seinen Stein und sprach das her; 
gebrachte Gebet für das Heil des Staates, welchem der Fluch ge: 
gen diejenigen folgte, welche das Volk durch ihre Reden täuschen 
wollten O. 
In den Versammlungen des attischen Adels hatte schwerlich 
die Sitte des spartanischen Adels gegolten, daß nur Beamte in den: 
selben das Wort ergreifen durften  es wäre das gegen die Art 
des ionischen Stammes gewesen CBd. Z, S. 265. 272J. Um so we: 
niger konnte es jetzt dem Solon in den Sinn kommen, die Erlaub; 
niß in der Versammlung zu reden zu beschränken, da alles darauf 
ankam, ein nuerfahrenes nnd uugeschnltes Volk iiber die Absichten 
U Unsere Kunde über die Kompetenz, welche Solon der VoIksversanu11lung 
ertheiite, ist freilich ungenügend, aber es erhellt doch aus der Tendenz der soio: 
nisehen Institutionen, wie aus der esammten Lage der Dinge, daß ihre Befug: 
nissc auf die wichtigsten Dinge, ents3heidende Fragen der auswärtigen Politik und 
neue Gesekzc, beschränkt waren.  2J Dies ist aus der Reform des Kieisthenes 
mit Sicherheit zu folgern.  Z; Aesci1in. in Tit11arcI1. 48. sehnt. Atist0ph. 
Achan. v. M.  4J 1Je1n0sU1en. coc1tr. Akssiocts. P. 653. de cor0t1a P. 319.
        

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