Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-100105
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Solons Anfichten. 
ser Partei aus den Bewohnern der Küste bestand, wurde sie mit 
dem Namen der Paraler d. h. Kiistenlente bezeichnet II. 
Natürliche Neigung wie politische Ueberzeugung stellten So: 
lon auf die Seite, an die Spitze der mittleren Partei; aber diese 
konnte ihm nur eine geringe Stütze gewähren. Und doch kam es 
darauf an, den Altberechtigten große Zugeständnisfe aufzuerlegen, 
um anderer Seits einer lange gedrückten, völlig ungeschulten und 
politisch unerfahrnen Menge eine Einwirkung auf die öffentlichen 
Angelegenheiten zu geben. Das Maß der Berechtigung, welche 
hier genommen und dort ertheilt wurde, mußte so getroffen weri 
den, daß sich die extremen Parteien bei den neuen Einrichtungen 
beruhigen konnten, daß der neue Organismus durch seine eigene 
Schwerkraft zu bestehen vermochte. Solon hatte kein Musterbild, 
keine Verfassung vor Augen, denen er seine Gesetze nachbilden 
konnte. Er mußte einen Weg suchen, den niemand vor ihm ges, 
gangen war. Er war entschlossen, den Adel möglichst zu schonen, 
aber den Schutz des Volkes gegen alle Uebergriffe und Vergewali 
tigungen der adligen Regierung zum Ausgangspunkt seiner Jnstitui 
tionen zu machen. Er wollte versuchen, der Erbitterung der Diai 
krier gegen die Pediaeer die Spitze abzubrechen und dem Adel das. 
Gehäfsige seiner Stellung abzunehmen, ohne dessen Rechte zu sehr 
zu schmälern. Es war seine Absicht, ein Kompromiß zu schließen 
zwischen der conservativen und der liberale11 Partei, welches durch 
seine Billigkeit Aussicht auf einen langen Bestand verheiße. 
Die Maßregeln der Seisachtheia, so schät3bar sie waren, ges 
nügten doch nicht die ökonomische Stellung des Volkes vollkommen 
zu sichern. Das Maximum des Grundbesit;es, die Garantie der 
Freiheit der Person konnten gegen eine Regierung nicht schützen, 
welche etwa darauf ausging, die Bauern durch Besteuerung und 
Kriegsdienste zu ruiniren. Die Kräfte des Adels reichten längst 
nicht mehr für die Kriegführnng ans, deren Uebernahme ihm einst 
seine bevorzngte Stellung eingetragen hatte. Steuer und Kriegss 
dienst mußten nach dem Verhältniß des Vermögens regulirt wer; 
den. Die begüterten Klassen mußten in höherem Maße zu dies 
sen Leistungen herangezogen werden, die Armen, welche nichts be: 
saßen als einen kleinen Acker, welchen sie selbst bestellten, oder 
ihre Hände, durch deren Arbeit sie sich ernährten, mußte man ganz 
Flut. soI0lL.
        

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